Der Chef der Revolutionsgarden, Dschafari (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Newscom

Warnung an Trump vor Sanktionen "Falls die Amerikaner so dumm sein sollten..."

Stand: 08.10.2017 16:57 Uhr

Wie reagiert man in Teheran auf den verschärften Ton aus Washington? Die deutlichsten Worte kamen vom Chef der Revolutionsgarden: Er drohte den USA mit Raketenangriffen auf ihre Militärbasen, sollten sie das Atomabkommen aufkündigen und Sanktionen gegen den Iran verhängen.

Die iranischen Revolutionsgarden haben die USA davor gewarnt, den Kurs gegen die Machthaber in Teheran zu verschärfen. Falls die USA neue Sanktionen gegen den Iran verhängen wollten, sollten sie ihre Militärstützpunkte aus der Reichweite iranischer Raketen zurückziehen, sagte der Chef der Revolutionsgarden, Mohammed Ali Dschafari, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Die iranischen Raketen hätten eine Reichweite von 2000 Kilometern. Die nächstgelegene US-Militärbasis in der Region ist weniger als 500 Kilometer von der iranischen Grenze entfernt.

Auch USA stellten dem Iran bisher gutes Zeugnis aus

US-Präsident Donald Trump muss dem Kongress bis kommenden Sonntag mitteilen, ob sich der Iran seiner Meinung nach an das Atomabkommen von 2015 hält. In dem Abkommen hatte der Iran auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichtet, dafür wurden Sanktionen gegen das Land aufgehoben. Alle Beteiligten - auch die USA - haben der Regierung in Teheran bisher bescheinigt, den Vertrag einzuhalten.

Trump hat den Iran und die Revolutionsgarden immer wieder scharf kritisiert und für Terrorismus verantwortlich gemacht - und den Ton zuletzt verschärft. Sollte er dem Iran nun bescheinigen, das Abkommen nicht einzuhalten, beginnt eine 60-Tage-Frist, binnen derer der US-Senat über Sanktionen gegen Teheran entscheiden müsste. Das würde dann de facto einer Aufkündigung des Atomabkommens gleichkommen.

Gabriel: USA werden Abkommen wohl aufkündigen

Der Chef der Revolutionsgarden, Dschafari (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Newscom
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Dschafari (Archivbild) richtete eine deutliche Warnung an die USA.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel rechnet damit, dass die USA aus dem Atomabkommen aussteigen. Die Bundesregierung werde dennoch weiter dafür kämpfen, dass die USA die Vereinbarung zur Verhinderung einer iranischen Atombombe doch noch einhalten, sagte er.

Revolutionsgardenchef Dschafari warnte die USA ausdrücklich auch davor, sein Soldaten zur Terrorgruppe zu erklären. "Falls die Amerikaner so dumm sein sollten, dann setzen wir die US-Armee im Nahen Osten auf eine Stufe mit dem "Islamischen Staat", sagte Dschafari. Für den Iran und die Revolutionsgarden gilt die Terrormiliz IS als Feind, den sie in Syrien und im Nordirak auch direkt bekämpfen.

Ruhani: Ein unwiderruflicher Gewinn

Die Revolutionsgarden sind eine paramilitärische Armee, die unter der Kontrolle des geistigen Führers Ajatollah Ali Chamenei steht. Sie sind für ihre harschen Erklärungen bekannt. Dennoch ist ihr Standpunkt nicht die offizielle Position des Landes. Die Regierung von Präsident Hassan Ruhani hat zwar auch mit Maßnahmen gedroht, falls Trump aus dem Atomabkommen von 2015 aussteigen sollte, aber noch keine genauen Details bekanntgegeben.

In einer Rede an der Teheraner Universität sagte Ruhani am Wochenende, sein Land habe mit Atomabkommen einen unwiderruflichen Gewinn erzielt. "Ob nun Trump oder zehn weitere Trumps - diese Errungenschaften können nicht rückgängig gemacht werden."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Oktober 2017 um 14:00 Uhr.

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