Iranisches Atomkraftwerk Buschehr: Das Atomabkommen kann in Kraft treten | Bildquelle: dpa

Atomabkommen Irans Wächterrat billigt Atomabkommen

Stand: 14.10.2015 16:22 Uhr

Die letzte Hürde ist genommen: Nach dem Parlament in Teheran hat nun auch der iranische Wächterrat dem Atomabkommen mit der internationelen Gemeinschaft zugestimmt. Es soll am 18. Oktober in Kraft treten - bald könnten auch die Sanktionen fallen.

Der iranische Wächterrat hat das Atomabkommen mit der internationalen Gemeinschaft gebilligt. Damit ist im Iran die letzte Hürde vor dem Inkrafttreten des als historisch angesehenen Vertrags genommen. Am Dienstag hatte das Parlament in Teheran dem Abkommen zugestimmt. Nach kontroverser Debatte votierten dort letztlich 161 der 250 anwesenden Abgeordneten für die Gesetzesvorlage.

Kontrollen kommen, Sanktionen verschwinden

Das im Juli in Wien von den fünf UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran geschlossene Abkommen sieht vor, das iranische Atomprogramm so zu beschränken, dass das Land keine Atomwaffen bauen kann. Teheran verpflichtet sich zu tiefgreifenden Einschnitten bei der Urananreicherung und akzeptiert internationale Kontrollen.

Im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Diese machen der iranischen Wirtschaft seit Jahren massiv zu schaffen.

Abkommen gilt in wenigen Tagen

Der Wächterrat aus zwöf Mitgliedern - darunter sechs Geistliche - muss im Iran jede Entscheidung billigen, bevor sie zum Gesetz werden kann. Er überprüft, ob die Beschlüsse des Parlaments mit den Prinzipien des Islam und der iranischen Verfassung übereinstimmen.

Das Atomabkommen soll nun am 18. Oktober offiziell in Kraft treten. Die Sanktionen sollen aufgehoben werden, sobald die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Umsetzung der von Teheran verlangten Maßnahmen bestätigt hat.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Oktober 2015 um 19:00 Uhr.

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