Der iranische Präsident Hassan Ruhani | Bildquelle: dpa

US-Sanktionen Iran droht mit Aufkündigung des Atomabkommens

Stand: 15.08.2017 09:29 Uhr

Der iranische Präsident Rouhani hat mit einer Wiederaufnahme des Atomprogramms gedroht. US-Präsident Trump habe gezeigt, dass er "kein guter Partner" sei, sagte Rouhani in einer Ansprache. Im Fall neuer US-Sanktionen könne man das Abkommen "binnen Stunden" aufkündigen.

Der Iran hat direkt damit gedroht, das iranische Atomprogramm wiederaufzunehmen. Das Land könne das Atomabkommen "binnen Stunden" aufkündigen, sollte Washington seine Politik "der Sanktionen und des Zwangs" fortsetzen, warnte der iranische Präsident Hassan Rouhani in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache im Parlament.

Die "gescheiterte Erfahrung von Sanktionen und Zwang" habe frühere US-Regierungen an den Verhandlungstisch gebracht, sagte er. "Falls sie zu dieser Erfahrung zurückkehren wollen, werden wir noch viel stärker zu unserer früheren Situation zurückkehren." Rouhani warf den USA vor, wiederholt gegen ihre eigenen Zusagen hinsichtlich des Atomabkommens verstoßen zu haben. US-Präsident Donald Trump habe der Welt gezeigt, dass er "kein guter Partner" sei.

Mehrfach neue Sanktionen gegen den Iran

Trump ist ein scharfer Kritiker des 2015 geschlossenen internationalen Atomabkommens mit dem Iran. Seit seinem Amtsantritt im Januar haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern deutlich verschlechtert. Die USA verhängten seither mehrfach neue Sanktionen gegen den Iran.

Das Atomabkommen war 2015 zwischen den fünf UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran geschlossen worden. Es verpflichtet Teheran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. August 2017 um 10:00 Uhr.

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