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Anschläge in Irak

Anschläge erschüttern den Irak

Zahlreiche Tote bei Terrorserie

Im Irak sind bei einer Anschlagsserie in mindestens zehn Städten zahlreiche Menschen getötet worden. Zuletzt wurde die Zahl mit 63 Todesopfern angegeben, andere Quellen sprechen von 69 Toten. Zudem seien mehr als 250 Menschen bei den Attentaten verletzt worden, teilten die irakischen Behörden mit. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attentatsserie. Allerdings hatte das Terrornetzwerk Al Kaida angekündigt, im Irak aktiver werden zu wollen.

Einer der schwersten Angriffe ereignete sich in dem nördlich von Bagdad gelegenen Dudschail, wo Bewaffnete und ein Selbstmordattentäter einen Militärstützpunkt angriffen. Polizeikreisen zufolge wurden dabei elf Soldaten getötet und sieben weitere verletzt.

Zudem explodierte im Nordirak eine Autobombe nahe Kirkuk, wodurch sieben Menschen getötet wurden. 17 weitere seien verletzt worden, erklärten ein Polizeibeamter und ein Arzt. Der Anschlag richtete sich laut Polizei gegen den staatlichen irakischen Ölkonzern North Oil. Die Bombe explodierte am Morgen auf einem Parkplatz des Unternehmenssitzes. Bei den Opfern handelte es sich den Angaben zufolge um Menschen, die sich als Wachleute bewarben. Auch in Kirkuk selbst detonierten zwei Bomben, dabei starben drei Menschen, 70 wurden verletzt.

Anschlagserie in mindestens zehn Städten im Irak
tagesschau 20:00 Uhr, 09.09.2012, Jörg Armbruster, ARD Kairo

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Zahlreiche Autobomben explodierten

Bei dem blutigsten Anschlag starben mindestens 14 Menschen, als in der Stadt Amara im Süden des Landes zwei Autobomben auf einem Markt explodierten. Der voll besuchte Markt liegt in der Nähe des Schreins für einen schiitischen Imam. Die zweite Bombe explodierte erst, als die Rettungskräfte eintrafen. Mehr als 60 Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in der Provinz Maisan.

Vor diesem Hotel in Nassirija explodierte eine Autobombe
galerie

Im sonst vergleichsweise ruhigen Nassirija explodierte vo diesem Hotel eine Autobombe.

In Tus Churmatu starben nach Behördenangaben vier Menschen bei drei Anschlägen. Weitere 31 Menschen wurden demnach verletzt. In der Region Tal Afar wurden bei der Explosion einer Autobombe zwei weitere Menschen getötet und sieben verletzt. In der Stadt Samarra nördlich von Bagdad wurden zwei Sicherheitskräfte durch eine Autobombe getötet.

Außerdem detonierte eine Autobombe vor einem französischen Konsulargebäude in der sonst vergleichsweise ruhigen Stadt Nassirija, 300 Kilometer südlich der Hauptstadt. Dabei wurde ein Mensch getötet und zwei verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ebenfalls in Nassirija explodierte nach Krankenhausangaben eine Autobombe vor einem Hotel, wodurch zwei Menschen getötet und zwei verletzt wurden.

Anschlag vor Kaffeehaus in Bagdad

Am späten Abend starben bei einem Autobombenanschlag in der Hauptstadt Bagdad elf Menschen. Nach Polizeiangaben explodierte das Fahrzeug vor einem Kaffeehaus in Sadr City, einem Viertel im Nordosten der Hauptstadt mit überwiegend schiitischer Bevölkerung.

Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen

Während der Irak sich bemüht, den Konflikt im benachbarten Syrien aus der eigenen Politik herauszuhalten, schüren die jüngsten Angriffe Ängste vor einem erneuten Abgleiten des Landes in eine Spirale der Gewalt.

Schon in den vergangenen Monaten erschütterten immer wieder Anschläge islamistischer Extremisten und Al-Kaida-Verbündeter das Land, das von Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen geprägt ist. Das Todesurteil gegen den sunnitischen Vizepräsidenten des Irak dürfte die Spannungen weiter anheizen.

Stand: 09.09.2012 21:43 Uhr

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