Mindestens 76 Tote bei Anschlägen im Irak

Ein von einem Bombenaschlag zerstörtes Restaurant in der irakischen Stadt Falludscha.  (Bildquelle: dpa)

Neue Welle der Gewalt im Irak

Mindestens 76 Tote bei Anschlägen

Bei mehreren Anschlägen auf Sunniten im Irak sind mindestens 76 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Nach Behörden-Angaben war dies der Tag mit den meisten Toten seit mehr als acht Monaten. Es wird befürchtet, dass das Land jetzt vor einer neuen Welle religiös motivierter Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten stehen könne.

Schwerer Anschlag auf Moschee

Die meisten Todesopfer forderte ein Anschlag nach den Freitagsgebeten auf eine sunnitische Moschee in Bakuba. Dort kamen mindestens 41 Menschen ums Leben, 56 wurden verletzt, als zwei Sprengsätze in kurzer Folge detonierten. In der Hauptstadt Bagdad gab es bei einer Explosion nahe eines Einkaufszentrums in einem vorwiegend von Sunniten bewohnten Viertel 21 Tote und 32 Verletzte. Die Bombe explodierte mitten in der Hauptverkehrszeit. Kurze Zeit später forderte ein weiterer Sprengsatz in Dora, einem anderen Sunniten-Viertel der Hauptstadt, vier Tote. 22 Menschen wurden verletzt.

Außerdem wurden bei einem Bombenanschlag auf eine sunnitische Beerdigung in Madain, 20 Kilometer südlich von Bagdad, mindestens acht Menschen getötet und elf weitere verletzt. Eine weitere Explosion in einem Cafe in Falludscha riss zwei Menschen in den Tod, weitere neun erlitten Verletzungen.

Mehr religiös motivierte Gewalt

Die Gewalt im Irak nimmt seit Beginn der Proteste der sunnitischen Opposition gegen die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al Maliki im Januar zu. Die Opposition wirft dem Regierungschef autoritäre Methoden und die Benachteiligung der sunnitischen Minderheit vor. Der vorherige bewaffnete Konflikt unter den Religionsgemeinschaften dauerte von 2006 bis 2008, Zehntausende Menschen starben dabei.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Mai 2013 um 14:45 Uhr.

Stand: 17.05.2013 21:52 Uhr

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