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Bei einer Serie von Bombenanschlägen sind in Bagdad mehr als 60 Menschen getötet worden. Viele weitere wurden verletzt, wie die irakischen Behörden mitteilten. Demnach war es während des morgendlichen Berufsverkehrs in mehreren Vierteln der Hauptstadt zu Explosionen gekommen. Die meisten Anschläge ereigneten sich in schiitischen Stadtteilen, sunnitische Wohngebiete waren aber auch betroffen.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen detonierten zwei der Sprengsätze in der Nähe eines Kinos. Bei einer Explosion im Karrada-Viertel explodierten kurz hintereinander eine Autobombe und der Sprengstoffgürtel eines Selbstmordattentäters. Anschläge wurden auch in den Stadtvierteln Al-Wasirija, Al-Schaab und Al-Alwija verübt.
Zu der Attentatsserie bekannte sich zunächst niemand. Angesichts der Vielzahl von offenbar koordinierten Explosionen wurde vermutet, dass Mitglieder der Terrorgruppe Al Kaida dafür verantwortlich sein könnten.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle reagierte bestürzt auf die Anschlagsserie. Die Menschen im Irak und die internationale Gemeinschaft hätten viel investiert, um den Wiederaufbau des Landes und die gesellschaftliche Versöhnung voranzubringen. "Terroristischen Kräften darf es nicht gelingen, diesen Prozess aufzuhalten", mahnte der Minister und appellierte an "alle politischen Kräfte im Irak, das bisher Erreichte jetzt nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen".
Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren innenpolitischen Krise. Der schiitische Ministerpräsident Nuri el Maliki hat mit der Entlassung aller sunnitischen Minister aus seiner Regierung gedroht, weil diese die Kabinettssitzungen boykottierten. Zuvor hatte die Justiz des Landes wegen Terrorvorwürfen Haftbefehl gegen den sunnitischen Vizepräsidenten Tarek al Haschemi erlassen. Der Politiker floh daraufhin in das von den Kurden kontrollierte Autonomiegebiet im Norden des Irak.
Die innenpolitische Krise hat die Furcht vor einem Wiederaufflammen der religiös motivierten Gewalt im Irak zunehmen lassen. Hinzu kommt, dass am Wochenende die letzten US-Truppen das Land verlassen hatten.
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