Eine Familie steht vor dem zerstörten Minarett der al-Nuri-Moschee in Mossul. | Bildquelle: AFP

Geberkonferenz in Kuwait Wiederaufbau im Irak kostet Milliarden

Stand: 12.02.2018 12:30 Uhr

Auf einer Geberkonferenz in Kuwait will die irakische Regierung Mittel für den Wiederaufbau des Landes einwerben. Schon am ersten Tag ist klar: Der Bedarf ist enorm - wie das Ausmaß der Zerstörung.

Mehr als drei Jahre Kampf gegen den Terror haben im Irak schwerste Schäden hinterlassen - wie schwer sie sind, lassen Zahlen erahnen, die auf der Konferenz zum Wiederaufbau des Landes kursieren.

Insgesamt seien etwa 140.000 Wohngebäude beschädigt, 70.000 Häuser seien völlig zerstört, erklärte der Präsident des irakischen Wiederaufbaufonds, Mustafa al-Hiti, bei der dreitägigen Konferenz in Kuwait. Deshalb sind Millionen Iraker im eigenen Land auf der Flucht - den Vereinten Nationen zufolge warten etwa 2,5 Millionen Menschen auf die Rückkehr in ihre Heimathäuser.

Minister beziffert Schaden auf 88,2 Milliarden Dollar

Im Dezember 2017 hatte die irakische Regierung den Sieg über die Terrormiliz "Islamischer Staat" verkündet, die zeitweise ein Drittel des Staatsgebiets unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Vor allem im Norden und Westen hat der Kampf gegen die Dschihadisten schwere Zerstörungen hinterlassen.

Geberkonferenz zum Wiederaufbau des Irak
tagesschau 20:00 Uhr, 12.02.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Der Finanzbedarf für den Wiederaufbau der Infrastruktur ist enorm: Der irakische Planungsminister Salman al-Dschumaili sagte, sein Land benötige dazu 88,2 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 72 Milliarden Euro). Diese Einschätzung beruhe auf einer Studie von Experten aus dem Irak und anderen Staaten. Die Weltbank hatte Kosten in ähnlicher Höhe veranschlagt.

Dreitägige Geberkonferenz in Kuwait

Da die irakische Regierung die Mittel dazu nicht selbst aufbringen kann, will sie auf der dreitägigen Wiederaufbau-Konferenz in Kuwait Geldgeber gewinnen. Am ersten Tag der Konferenz geht es um die Tätigkeit internationaler Organisationen. Der zweite Tag ist der Rolle des Privatsektors beim Wiederaufbau des Iraks gewidmet. Mehr als 2000 Unternehmen und Geschäftsleute werden erwartet. Am dritten Tag wird dann mit den Finanzzusagen der Geberländer gerechnet.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian reiste nach Bagdad, um mit irakischen Regierungsvertretern über den Wiederaufbau und die Stabilisierung des Landes zu beraten. Er sei gekommen, "um Ihnen Frankreichs Unterstützung zuzusichern", sagte Le Drian. Bei seinem Besuch wolle er aber auch über die Notwendigkeit der Aussöhnung im Irak sprechen, verlautet aus seinem Umfeld.

Unterstützung vom Ölkonzern BP?

Unterstützung erhofft sich der Irak auch von dem britischen Ölkonzern BP. Das Unternehmen, das bereits im Südirak aktiv ist, soll nach Angaben von Ölminister Dschabbar al-Luaibi bei der Entwicklung der Ölfelder in der kürzlich zurückeroberten Kurdenprovinz Kirkuk helfen, um die Förderung dort zu erhöhen. Al-Luaibi sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, er werde dies in den kommenden Tagen mit dem BP-Chef bei dessen Besuch in Kirkuk diskutieren. BP prüfe den Vorschlag bereits.

Kommentar zur internationalen Geberkonferenz für den Irak in Kuwait
Jürgen Stryjak, ARD Kairo
12.02.2018 16:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Februar 2018 um 12:00 Uhr.

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