Iraks Regierungschef al-Abadi | Bildquelle: REUTERS

Kampf gegen IS Irak weist Tillersons Forderung zurück

Stand: 24.10.2017 08:42 Uhr

Die Kämpfer seien Iraker, "die ihr Land verteidigt und sich im Kampf gegen den IS geopfert haben": Iraks Regierungschef al-Abadi hat die Forderung von US-Außenminister Tillerson, "iranische Milizen" aus dem Irak abzuziehen, zurückgewiesen.

Der US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson | Bildquelle: REUTERS
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Tillerson hatte den Abzug "ausländischer Kämpfer" und "iranischer Milizen" im Irak gefordert.

Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hat Forderungen von US-Außenminister Rex Tillerson nach einem Abzug "iranischer Milizen" aus dem Irak zurückgewiesen. Die Kämpfer der vorwiegend aus schiitischen Milizen bestehenden paramilitärischen Hasched-al-Schaabi-Einheiten seien Iraker, "die gegen den Terrorismus gekämpft, ihr Land verteidigt und sich im Kampf gegen den IS geopfert haben", sagte Abadi am Abend bei einem Treffen mit Tillerson in Bagdad.

Die Einheiten seien dem irakischen Staat unterstellt, zudem lasse die irakische Verfassung keine bewaffneten Gruppierungen zu, die außerhalb der Gesetze stünden, sagte Abadi laut einer Erklärung seines Büros.

Tillerson war zuvor zu einem unangekündigten Besuch in der irakischen Hauptstadt eingetroffen. Er hatte am Sonntag alle "ausländischen Kämpfer" und "iranischen Milizen" im Irak aufgefordert, angesichts des bevorstehenden Endes der Kämpfe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" nach Hause zurückzukehren.

Beeinflusst der Iran die Milizen?

Die Hasched al-Schaabi (Volksmobilisierungseinheiten) wurden 2014 nach der Besetzung größerer Gebiete des Nordirak durch den IS gebildet. Die meisten der 60.000 Hasched-Kämpfer gehören schiitischen Milizen an. Sie unterstehen dem Büro des ebenfalls schiitischen Ministerpräsidenten und sind laut einem Parlamentsentscheid Teil der irakischen Regierungstruppen. Experten zufolge sprechen die häufigen Irak-Besuche des Befehlshabers des bewaffneten Arms der iranischen Revolutionsgarden, Kassem Suleimani, jedoch für Teherans Einfluss auf die Milizen.

Hasched-Kämpfer sitzen auf einem Panzer | Bildquelle: AFP
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Die Hasched-Kämpfer spielten auch in jüngster Zeit bei der Rückeroberung der umstrittenen ölreichen Provinz Kirkuk aus der Hand kurdischer Kämpfer eine wichtige Rolle.

Die Hasched-Kämpfer spielten nicht nur bei der Rückeroberung der IS-Gebiete eine wichtige Rolle, sondern auch in jüngster Zeit bei der Rückeroberung der umstrittenen ölreichen Provinz Kirkuk aus der Hand kurdischer Kämpfer.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Oktober 2017 um 05:05 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" und am 24. Oktober 2017 u.a. um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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