Irakische Soldaten vor Ramadi | Bildquelle: AP

Offensive gegen "Islamischen Staat" Iraks Armee greift Ramadi an

Stand: 22.12.2015 11:32 Uhr

Schon seit Monaten will die irakische Armee die Provinzhauptstadt Ramadi vom IS zurückerobern - jetzt hat sie offenbar mit dem Angriff aufs Zentrum begonnen. Die Regierung wirft dem IS vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat die irakische Armee einen Großangriff auf das Zentrum der Provinzhauptstadt Ramadi begonnen. Dort haben sich laut Geheimdienstinformationen 300 IS-Kämpfer verschanzt. Es gebe heftige Gefechte, zitierte die irakische Nachrichtenseite "Al-Sumaria News" einen Militärsprecher. Die Armee greife aus mehreren Richtungen an.

Der IS hatte die westirakische Stadt im Mai eingenommen. Die Hauptstadt der Provinz Al-Anbar gilt als strategisch wichtig.

Mit Hilfe von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition versucht die irakische Armee seit Monaten, Ramadi zurückzuerobern. Zuletzt konnte sie bis an das Zentrum der Stadt heranrücken.

Irakische Soldaten vor Ramadi | Bildquelle: AP
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Die irakische Armee hatte Ramadi im Mai an den IS verloren.

Hält der IS Zivilisten fest?

Gestern hatte die Regierung dem IS vorgeworfen, er hindere Bewohner Ramadis daran, die Stadt vor der Offensive zu verlassen. Einigen Familien sei zwar die Flucht aus dem vom IS kontrollierten Stadtzentrum gelungen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der IS halte aber aber andere fest, um sie als menschliche Schutzschilde gegen die Offensive einzusetzen.

Am Sonntag hatte die Luftwaffe über Ramadi Flugblätter abgeworfen, in denen die Bevölkerung aufgefordert wurde, die Stadt binnen 72 Stunden zu verlassen.

Der IS geriet zuletzt trotz einiger Eroberungen sowohl im Irak als auch in Syrien unter Druck. Laut Experten verlor die Miliz 2015 14 Prozent ihres Territoriums.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2015 um 14:00 Uhr.

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