Irakische Soldaten in der Anbar-Provinz, 18. März 2016 | Bildquelle: AFP

Kämpfe im Irak Armee rückt auf Mossul vor

Stand: 24.03.2016 11:41 Uhr

Im Sommer 2014 flohen irakische Soldaten in Panik vor vorrückenden IS-Kämpfern aus Mossul. Viele Fahrzeuge, Waffen und Ausrüstung blieben damals zurück. Nun begann nach wochenlanger Planung eine Großoffensive der Armee. Erste Dörfer sollen zurückerobert worden sein.

Die irakische Armee hat nach eigenen Angaben ihre lang erwartete Großoffensive auf von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) kontrollierte Großstadt Mossul begonnen. Dabei seien bereits mehrere Dörfer im Umland eingenommen worden, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung der Streitkräfte.

Unterstützt werden die Soldaten von paramilitärischen Freiwilligeneinheiten und US-Luftangriffen. Die Offensive ist die erste Phase einer Kampagne, mit der der IS aus der größten Stadt im Norden des Landes vertrieben werden soll.

Schiitische Milizionäre fahren in einem Lkw in der irakischen Provinz Anbar | Bildquelle: AP
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Auch bei der Eroberung Mossuls wird die Armee von schiitischen Milizionären unterstützt. Die Paramilitärs bekämpften bereits in Ramadi und anderen Städten den IS. (Archivbild)

Wochenlange Planung und Luftangriffe

Der irakische Regierungschef Haidar al Abadi hatte die Offensive bereits im Februar angekündigt. Man plane "wahrscheinlich im nächsten Monat, eine volle militärische Operation zu starten", hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Vergangenen Monat waren mehr Soldaten in die Region entsandt worden, die US-Luftwaffe fliegt dort seit Wochen verstärkt Angriffe.

Nachdem ein US-Soldat bei einem Raketenangriff des IS getötet worden war, erfuhr die Öffentlichkeit, dass auch US-Bodentruppen in der Region stationiert sind. Etwa 70 Kilometer von Mossul entfernt haben Marineinfanteristen mit schwerer Artillerie Stellung bezogen. Es ist aber unklar, ob sie auch beim Angriff auf die Stadt eingesetzt werden.

Eine Großstadt im Griff der Terroristen

Mossul ist die Hauptstadt der nördlichen Provinz und die zweitgrößte Stadt des Landes. Dort lebten vor der Eroberung durch den IS etwa zwei Millionen Menschen. IS-Kämpfer nahmen die Metropole 2014 ein, nachdem viele Armeeeinheiten kampflos geflohen waren. Dabei erbeutete die Terrorgruppe nicht nur große Mengen militärische Ausrüstung, sondern auch Bargeld. Für die Armee war die Niederlage eine große Schmach.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. März 2016 um 12:30 Uhr.

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