Irakische Militärfahrzeuge | Bildquelle: AP

Internationales Rotes Kreuz Giftgas-Einsatz beim Kampf um Mossul?

Stand: 03.03.2017 18:09 Uhr

Beim Kampf um die nordirakische Stadt Mossul soll Giftgas eingesetzt worden sein. Insgesamt seien sieben Menschen mit chemischen Kampstoffen in Berührung gekommen, teilte das Rote Kreuz in Bagdad mit. Wer das Giftgas eingesetzt hat, wurde nicht mitgeteilt.

Das Rote Kreuz hat Hinweise auf den Einsatz von Giftgas in der Nähe der umkämpften nordirakischen Großstadt Mossul. Sieben Menschen seien dort mit chemischen Kampfstoffen in Kontakt gekommen, teilte die Organisation mit. Die fünf Kinder und zwei Frauen würden in einem Krankenhaus in der Nähe von Mossul behandelt. Das Rote Kreuz verurteile den Einsatz von Chemiewaffen, deren Einsatz international geächtet ist. Welche Konfliktpartei das Giftgas eingesetzt haben soll, sagte die Hilfsorganisation nicht.

Zurzeit versucht die irakische Armee mit internationaler Hilfe, die letzte Hochburg der Islamisten-Miliz "Islamischer Staat" im Irak zurückzuerobern. Dabei stößt sie auf den erbitterten Widerstand Tausender IS-Kämpfer. Die Extremisten wehren sich mit Heckenschützen, Selbstmordanschlägen, Sprengfallen und Granatfeuer. Den Anti-IS-Verbänden gehören neben irakischen Soldaten und Spezialkräften auch Kämpfer kurdischer und schiitischer Milizen an.

Zahl der Flüchtlinge steigt

Laut Angaben der UN zwingt die Schlacht um Mossul immer mehr Menschen in die Flucht. Derzeit verließen jeden Tag rund 4000 Männer, Frauen und Kinder die umkämpften Gebiete, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. Das sei die höchste Zahl an Vertriebenen pro Tag seit Beginn der Offensive der irakischen Armee gegen die Terrormiliz IS vor viereinhalb Monaten. Insgesamt seien derzeit 192.000 Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen hätten in Camps eine vorübergehende Bleibe gefunden. Andere Flüchtlinge seien bei Freunden, bei Verwandten und in öffentlichen Gebäuden untergekommen.

Laut IOM-Angaben befinden sich noch immer rund 750.000 Menschen in westlichen Gebieten Mossuls, die von den Kämpfern des IS gehalten werden. Hilfsorganisationen haben keinen Zugang zu den notleidenden Männern, Frauen und Kindern.

Im Oktober des vergangenen Jahres hatte die irakische Armee mit Unterstützung kurdischer Einheiten und der US-geführten Anti-Terror-Koalition eine Großoffensive gegen denI S in der Region Mossul gestartet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. März 2017 um 19:15 Uhr.

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