Mossul | Bildquelle: AFP

Irak meldet Rückeroberung Mossuls Befreit und in Trümmern

Stand: 10.07.2017 07:19 Uhr

Iraks Militär hat die einstige Hochburg der Terrormiliz IS zurückerobert. Doch so ganz scheint die Befreiung Mossuls noch nicht gelungen. Auf einigen Straßen wurde zwar gefeiert, ein paar hundert Meter weiter toben aber weiterhin heftige Kämpfe.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

"Willkommen zurück, Mossul, freu dich", jubelt der Sänger im irakischen Staatsfernsehen. "Wir sind zu dir zurückgekommen." In Dauerschleife laufen Siegesbilder und Freudenlieder über die Befreiung der einst zweitgrößten Stadt des Irak von der Terrorherrschaft des Islamischen Staates.

Durch Bagdad marschiert eine Blaskapelle, in Basra schwenken sie Fähnchen, Autokorsos bis in die Nacht hinein - der Irak zelebriert die Rückeroberung Mossuls.

"Das ist eine große Freude für uns alle und für das gesamte Volk", sagt ein Iraker. "Wir hoffen, dass jetzt Sicherheit im Land herrscht und wir dieses Problem ein für alle mal los sind." Ein Bewohner Bagdads ergänzt, dass er sich noch mehr Siege gegen den IS wünsche. "Mit Gottes Hilfe haben wir die Extremisten geschlagen."

Mossul feiert Befreiung durch irakische Armee
10.07.2017

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IS leistet heftigen Widerstand

Doch in Mossul selbst scheint die tatsächlich vollständige Befreiung vom IS noch alles andere als perfekt zu sein: Ministerpräsident Haidar Al-Abadi reiste zwar gestern in die Stadt, um zu feiern. Die lang erwartete Siegesrede fiel jedoch aus - verschoben - wohl weil Gefechtslärm im Hintergrund bei einer Jubelrede nicht so überzeugend wirken würde.

Denn offenbar leisten die letzten verbliebenen IS-Kämpfer immer noch heftigen Widerstand. Es gebe Widerstandsnester, meldete die irakische Armee.

Al-Abadi entschloss sich spontan, zu bleiben, um die Kämpfe auf ihren letzten Metern zu beobachten. Siegestaumel sieht vorerst anders aus. "Ich bin nach Mossul gekommen, um den Sieg, die Auslöschung des IS zu sehen", so der Ministerpräsident. "Die IS-Kämpfer hatten die Wahl, aufgeben oder sterben. Die meisten haben sich für den Tod entschieden. Ein Großteil der Extremisten ist getötet worden, was wir jetzt sehen, ist eine kleine Zahl, die noch Widerstand leistet." Er lasse den Streitkräften noch etwas Raum, um die Mission zu beenden: "Damit wir dann den großartigen Sieg verkünden können, so Gott will."

Haider Al-Abadi am Sonntag in Mossul | Bildquelle: AFP
galerie

Der irakische Ministerpräsident Haider Al-Abadi am Sonntag in Mossul

Nicht alle sind in Feierlaune

So ganz scheint die Befreiung also noch nicht gelungen. Es wirkt ein wenig, als hätte die irakische Regierung den Tag der Feierlichkeiten festgelegt - nur, dass sich die IS-Kämpfer nicht daran halten wollten.

Und so richtig zum Feiern ist dem ein oder anderen angesichts der Bilder aus Mossul wohl nicht zumute: Viele Straßenzüge sind durch die heftigen Kämpfe völlig zerstört. Zurück bleiben Schuttberge und verminte Ruinen. Noch immer sind auch nicht alle Zivilisten in Sicherheit. Der IS missbraucht sie als menschliche Schutzschilde. Einzelne IS-Kämpfer könnten sich unter Flüchtlinge mischen und weitere Selbstmordanschläge verüben. Wo die Dschihadisten vertrieben sind, lauern noch Sprengfallen, die der IS zurückgelassen hat.

Fest steht: An eine Rückkehr der Bewohner in ihre Häuser ist noch lange nicht zu denken und der Wiederaufbau von Mossul wird Hunderte Millionen kosten.

Lage in Mossul
Mittagsmagazin 13:00 Uhr, 10.07.2017, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Wer regiert Mossul zukünftig?

"Im Westen Mossuls sehen wir die schlimmste Zerstörung des gesamtes Konflikts", so die humanitäre UN-Koordinatorin für den Irak, Lisa Grande. Der Grad der Zerstörung sei schlimmer als alles andere, was die UN bislang im Irak gesehen haben. Die Stabilisierung von Mossul werde Milliarden kosten. "Ursprünglich hatten wir rund 500 Millionen Dollar kalkuliert. Die Kosten werden weit höher als wir erwartet haben", glaubt Grande.

Und noch ist auch nicht klar, wer Mossul und die gesamte Region künftig regieren wird. In der mehrheitlich sunnitischen Stadt war die schiitisch dominierte Zentralregierung unerwünscht und Minderheiten wie die Christen, Jesiden und Turkmenen wollen bei der künftigen Gebietsverteilung bedacht werden.

Ganz zu schweigen von den Kurden, die ihre Geländegewinne im Norden des Landes zementieren wollen und per Referendum die Unabhängigkeit vom Irak anstreben. Beobachter sind sich einig: Die Region um Mossul, sie kommt noch lange nicht zur Ruhe.

Feierstimmung im Irak, doch Siegesrede verschoben
Anna Osius, ARD Kairo
10.07.2017 06:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juli 2017 um 15:00 Uhr. Über dieses Thema berichtete die tagesschau im ARD-Morgenmagazin am 10. Juli 2017 um 07:00 Uhr.

Korrespondentin

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