Irak mit Bagdad und Mossul

Kampf um Mossul Offenbar Massengrab mit 500 Leichen entdeckt

Stand: 11.03.2017 17:32 Uhr

Im Irak ist nach Angaben von Paramilitärs ein Massengrab mit rund 500 Leichen entdeckt worden. Es befinde sich auf dem Gelände des Badusch-Gefängnisses nahe Mossul, das der IS bis vor Kurzem gehalten hatte. Unterdessen treibt die irakische Armee die Mossul-Offensive weiter voran.

Mit der irakischen Regierung verbündete schiitsche Milizen haben eigenen Angaben zufolge nordwestlich von Mossul ein Massengrab mit etwa 500 Leichen entdeckt. Es befinde sich auf dem Gelände des Badusch-Gefängnisses nahe Mossul. Die Menschen seien von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" ermordet worden, teilten die Milizionäre mit. Der IS kontrollierte das Gebäude seit Juni 2014. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi rief damals bei seinem einzigen öffentlichen Auftritt dort das "Kalifat" des IS aus, welches irakische und syrische Gebiete umfasste.

In einem 2015 veröffentlichten Bericht der UN heißt es, der IS habe rund 600 Männer umgebracht, nachdem er das Badusch-Gefängnis eroberte. In dem Gefängnis hielt die Terrormiliz nach Angaben der irakischen Abgeordneten Vian Dachil nach seiner Offensive 2014 rund 500 Frauen der kurdisch-jesidischen Minderheit gefangen, die als Sex-Sklavinnen missbraucht worden seien. Die Männer dieser Minderheit wurden umgebracht.

Irakische Armee bringt Mossul weiter unter Kontrolle
tagesschau 13:15 Uhr, 12.03.2017, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Wichtigster Bahnhof eingenommen

Derzeit sind irakische Truppen in Mossul auf dem Vormarsch. Den Ostteil der zweitgrößten Stadt hatten die irakischen Sicherheitskräfte Ende Januar eingenommen. Am 19. Februar starteten sie eine Offensive zur Rückeroberung des dichter besiedelten Westteils von Mossul und seitdem große Gewinne erzielt.

Nun sollen die Streitkräfte auch den wichtigsten Bahnhof der Stadt von der Terrormiliz zurückerobert haben. Soldaten hätten den Bezirk Al-Mahata eingenommen, in dem sich der Bahnhof und Wohngebiete befinden, berichtete Oberst Emad al Bajati der Nachrichtenagentur dpa.

Zahlreiche Sprengsätze der Dschihadisten rund um die Haltestelle seien entschärft worden. Al Bajati zufolge rücken die Truppen der irakischen Armee weiter Richtung Stadtzentrum vor, allerdings unter heftiger Gegenwehr des IS. So hätten die Extremisten etwa 30 Familien als Geiseln genommen, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Geflohene Iraker sollen zurückkehren

Der irakische Ministerpräsident Haidar al Abadi rief unterdessen seine Landsleute in Deutschland zur Rückkehr in den Irak auf: "Es ist in unserem Interesse, dass unsere Landsleute zurückkommen. Wir möchten nicht, dass unsere Leute das Land verlassen, dass sie Flüchtlinge sein müssen", sagte al-Abadi der "Bild"-Zeitung. "Wir machen die Gebiete wieder bewohnbar."

Al Abadi geht davon aus, dass der IS schon bald aus Mossul vertrieben wird. "Der Kampf um Mossul wird sehr bald beendet sein", so al Abadi. "Wir sind im Westteil fast im Stadtzentrum angelangt, die Operation ist sehr erfolgreich. Der Feind flieht entweder oder wird getötet."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. März 2017 um 20:00 Uhr.

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