Irakische Armee rückt ein

Hawidscha vom IS befreit

Stand: 05.10.2017 09:04 Uhr

Irakische Truppen drängen den IS im Land nach und nach zurück. Nun wurde die nordirakische Stadt Hawidscha von der Dschihadisten-Miliz befreit. Jetzt wird nur noch ein Gebiet an der Grenze zu Syrien vom IS kontrolliert.

Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) haben irakische Regierungstruppen nach eigenen Angaben einen weiteren Erfolg erzielt. Sie eroberten demnach das Zentrum der nördlichen Stadt Hawidscha von der Dschihadisten-Miliz zurück. Das Stadtzentrum sei von Armee, Polizei und paramilitärischen Einheiten "vollständig befreit" worden, erklärte Einsatzleiter Amir Jarallah. Die Truppen setzten ihren Vormarsch fort, um die gesamte Stadt zurückzuerobern.

Hawidscha liegt rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad in der Nähe der Ölstadt Kirkuk und ist eine der letzten noch verbliebenen Hochburgen des "Islamischen Staats". Nach UN-Angaben flohen seit Beginn der Armeeoffensive Mitte September schätzungsweise 12.500 Menschen aus der Stadt. Demnach könnten sich noch bis zu 78.000 Menschen in der Stadt aufhalten. Einige wurden nach irakischen Angaben von den Extremisten an der Flucht gehindert. Andere trauten sich nicht, weil sie Sprengfallen befürchteten.

Die irakische Armee hatte zuletzt große Fortschritte bei der Vertreibung des IS aus besetzten Gebieten gemacht. Vor zwei Tagen hatten die Truppen die von IS-Kämpfern besetzte Luftwaffenbasis Raschad zurückerobert. Sie wurde von den Extremisten als Ausbildungs- und Logistikstützpunkt genutzt. Außerdem kontrolliert der IS noch einen Streifen irakischen Gebiets an der westlichen Grenze zu Syrien, darunter auch die Grenzstadt al-Kaim.

Das vom IS geschaffene grenzüberschreitende Herrschaftsgebiet ist praktisch im Juli zusammengebrochen, als die irakischen Truppen nach neun Monaten Kampf die Stadt Mossul zurückeroberten. Dort hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi Mitte 2014 das Kalifat ausgerufen.