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Sunniten-Politiker Tarik al Haschemi

Irakischer Vizepräsident zum Tode verurteilt

Tarik al Haschimi
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Vizepräsident und per Haftbefehl gesucht: Haschemi wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Der irakische Vizepräsident Tarik al Haschemi ist zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Haschemi wurde wegen der Organisierung von Todesschwadronen und mehrfachen Mordes in Abwesenheit verurteilt, teilte ein Gericht in der Hauptstadt Bagdad mit. Er sei für den Tod eines Anwalts und eines Generals verantwortlich. Sein Privatsekretär und Schwiegersohn Ahmed Kahtan wurde ebenfalls zum Tode verurteilt.

Haschemi wird wegen Verdachts auf "Führung und Finanzierung terroristischer Anschläge" per internationalem Haftbefehl gesucht. Der schiitische Ministerpräsident Nuri al Maliki hatte den Haftbefehl gegen Haschemi veranlasst. Der Politiker soll Leibwächter finanziell unterstützt haben, die in Anschläge verwickelt waren.

Fall Haschemi sorgt für Regierungskrise

Der Sunnnit Haschemi war, um sich seiner Verhaftung zu entziehen, zunächst in die kurdische Autonomieregion im Norden und dann ins Ausland geflohen. Er hält sich vermutlich in der Türkei auf. Der seit Mai laufende Prozess hatte eine Regierungskrise im Irak ausgelöst.

Haschemi und seine Anwälte hatten die Vorwürfe stets bestritten. Das Verfahren sei in ihren Augen durch die von Schiiten kontrollierte Regierung und durch Ministerpräsident Maliki gesteuert worden, der auf diesem Wege einen politischen Gegner aus dem Weg räumen wolle.

Irakischer Vizepräsident in Abwesenheit zum Tode verurteilt
B. Blaschke, ARD Kairo
09.09.2012 18:28 Uhr

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Maliki regiert im Irak an der Spitze einer schiitisch-kurdischen Koalition. Beobachter werfen ihm einen zunehmend autoritären Regierungsstil vor. Haschemi, der aus der sunnitischen Irakischen Islam-Partei (IIP) kommt, ist neben dem Schiiten Chudair al Chusai Stellvertreter des irakischen Präsidenten Dschalal Talabani, der ein Kurde ist.

Serie von tödlichen Anschlägen erschüttert Irak

Das Verhältnis zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit (rund 60 Prozent) und der sunnitischen Minderheit (rund 20 Prozent) ist immer noch sehr angespannt. Extremisten erschüttern das Land immer wieder mit blutigen Terroranschlägen.

Bei einer Serie von Anschlägen im Irak wurden am Tag der Urteilsverkündung zahlreiche Menschen getötet. Durch die Attentate in mindestens zehn irakischen Städten starben mehr als 50 Menschen. Mehr als 250 wurden nach Behördenangaben bei den Anschlägen verletzt.

Stand: 09.09.2012 16:09 Uhr

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