Viele Tote bei koordinierter Anschlagsserie im Irak

Rauch füllt nach einer Explosion diese Straße in Bagdad. (Bildquelle: AP)

Mehr als 120 Tote zum Ende des Ramadan

Blutige Anschlagsserie im Irak

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan sind bei einer landesweiten Serie von Anschlägen im Irak mehr als 120 Menschen getötet worden. Die meisten Bombenanschläge ereigneten sich in Bagdad - unter anderem vor Cafés und nahe belebter Marktplätze. Allein in der Hauptstadt starben mehrere Dutzend Menschen. Mindestens 300 Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben von Polizei und Rettungskräften explodierten insgesamt zwölf Autobomben - vor allem in Stadtteilen, die hauptsächlich von Schiiten bewohnt sind. Da sich fast alle Anschläge innerhalb einer Stunde ereigneten, vermuten die Behörden, dass sie koordiniert waren. Bisher bekannte sich noch keine Terrorgruppe dazu.

Anschlag auf Moschee in Kirkuk

In Kirkuk explodierte eine Bombe vor einer Moschee (Bildquelle: REUTERS)
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In Kirkuk war eine schiitische Moschee das Ziel von Terroristen.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einer belebten Straße in Tus Chormato, 175 Kilometer nördlich der Hauptstadt, wurden mindestens neun Menschen getötet und 48 Menschen verletzt. Auch in Kerbala, rund 80 Kilometer südlich von Bagdad, detonierte eine Autobombe. Zudem wurde ein Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kirkuk verübt - die Sicherheitslage dort gilt sonst als vergleichsweise stabil.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums erklärte, die USA verurteilten die "feigen Angriffe" aufs Schärfste. Die Anschläge hätten sich gegen Familien gerichtet, die das Fastenbrechen feierten. "Die Terroristen, die diese Taten begangen haben, sind Feinde des Islam und ein gemeinsamer Feind der Vereinigten Staaten, des Irak und der internationalen Gemeinschaft", sagte die Sprecherin.

Mehr als 4000 Tote seit Januar

Von Januar bis Ende Juli sind laut den Vereinten Nationen landesweit insgesamt 4137 Zivilisten getötet worden, die meisten in Bagdad. Zudem gab es 9865 Verletzte. Allein während des Fastenmonats Ramadan sind Hunderte Menschen der eskalierenden Gewalt im Irak zum Opfer gefallen.

Erst vor wenigen Tagen waren bei einer Serie von Bombenanschlägen im Irak mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 90 verletzt worden.

Mindestens 120 Tote bei verheerender Anschlagsserie im Irak
tagesthemen 23:15 Uhr, 11.08.2013, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Angst vor einem offenen Bürgerkrieg steigt

Hintergrund ist der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, die im Irak die Regierung dominieren. Die sunnitische Terrororganisation Al Kaida hat sich zu vielen der Anschläge bekannt. Inzwischen wächst die Sorge vor einem offenen Bürgerkrieg.

Die Angst im Irak ist allgegenwärtig
F. Ludwig, ARD Kairo
11.08.2013 17:10 Uhr

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Stand: 11.08.2013 09:52 Uhr

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