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Gewalt im Irak
Mehrere Tote bei Anschlag in Kirkuk
Bei einem Anschlag auf das Polizeihauptquartier in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind nach Behördenangaben mehr als ein Dutzend Menschen getötet worden. Ein Selbstmordkommando habe versucht, das Gebäude zu stürmen, sagte ein Vertreter der Polizei.
Zunächst hatten Behörden die Zahl der Toten auf mehr als 30 beziffert, später korrigierten sie sich und meldeten mindestens 16 Todesopfer. Etwa 90 Menschen wurden verletzt.
Ein Attentäter hatte sich in einem Auto in die Luft gesprengt. Zwei weitere mit Schusswaffen und Sprengstoffwesten bewaffnete Angreifer seien von Wachen am Haupteingang aufgehalten und erschossen worden, teilte die Polizei weiter mit.
Immer wieder Anschläge in Kirkuk
In Kirkuk verüben sunnitische Rebellen mit Verbindungen zur Islamisten-Gruppe Al Kaida immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte. Ihr Ziel ist es, die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki zu schwächen und Spannungen zwischen den islamischen Glaubensrichtungen zu schüren.
Zuletzt waren im Irak am 23. Januar 40 Menschen getötet worden, als sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Trauergesellschaft schiitischer Turkmenen in die Luft gesprengt hatte.
Tote bei Selbstmordanschlag in irakischer Stadt Kirkuk
U. Leidholdt, ARD Amman
03.02.2013 10:33 Uhr
Konflikt zwischen Kurden und Zentralregierung
Kirkuk, 290 Kilometer nördlich von Bagdad, liegt im Zentrum eines Ölfördergebiets. Öl- und Gebiets-Rechte sind zwischen der Regierung in Bagdad und der autonomen Kurden-Region heftig umstritten.
Die Zentralregierung ist der Ansicht, sie allein habe per Verfassung die Rechte für den Ölexport. Der Streit eskalierte, als die Kurdenregierung damit begann, Geschäfte mit den großen US-Ölmultis Exxon Mobil und Chevron zu machen.
Die kurdischen Bewohner von Kirkuk wollen die Stadt in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak integrieren, was von der arabischen und turkmenischen Bevölkerungsgruppe abgelehnt wird.
Stand: 03.02.2013 15:11 Uhr
