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iPhone von Apple

Apple präsentiert in San Francisco

Wilde Spekulationen um neues iPhone

Die Cyberwelt ist in Aufruhr. Heute ist es soweit, Apple stellt sein neues iPhone vor - inzwischen das fünfte Modell. Wie immer ist alles ein Geheimnis. Klar, alles wird schneller, moderner, besser. Aber wie sieht es aus? Was ist neu? Und wie heißt es überhaupt?

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Wohl bei keiner anderen Firma werden sogar die Einladungen zu Pressekonferenzen so intensiv studiert wie anderswo höchstens Bibelstellen. Ein Schatten auf der Einladungskarte zur Veranstaltung heute hat die Form einer Fünf. Für die einschlägigen Experten ein untrüglicher Hinweis darauf, dass Apple das iPhone Nummer fünf vorstellen wird.

Entsprechend steigen die Erwartungen und brodelt die Gerüchteküche. Denn das iPhone ist das Zugpferd unter den Apple-Produkten, macht inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Zum Vergleich: Die Einnahmen, die Apple allein durch das iPhone erzielt, sind größer als der Umsatz der gesamten Firma Microsoft.

Vor dem Apple-Event: Gerüchte um das neue iPhone
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
12.09.2012 10:19 Uhr

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Die Grüchteküche brodelt

Wie üblich gibt sich Apple extrem zugeknöpft vor einer solchen Präsentation und macht so die Blogger, Journalisten und selbst ernannten Experten zum verlängerten Arm seiner Marketingabteilung. Man raunt sich zu in der Szene, was das neue Modell wohl alles kann. Man diskutiert, ob die aufgetauchten Bilder wohl echt sind und wie sich der Lauf der Welt verändert, wenn das neue iPhone so oder anders aussieht.

Apple stellt neues iPhone-Modell vor
tagesschau24 09:45 Uhr, 12.09.2012

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Von einem größeren Bildschirm ist die Rede. Kein Wunder, denn längst sind die Smartphones der Konkurrenten mächtig gewachsen und die Kunden greifen gerne zu. Mehr Fläche um Fotos zu betrachten, E-Mails zu lesen oder auf Facebook zu posten - das kann nie schaden. Apple betont aber, wenn es denn stimmt, wie schon früher das Thema Nutzerfreundlichkeit.

Bleibt Apple der Handlichkeit treu?

Das iPhone würde demnach zwar länger, aber nicht wesentlich breiter. Damit ließe es sich auch weiter mit einer Hand bedienen. Bei anderen Modellen ist gern mal der Daumen zu kurz und reicht nicht über den ganzen Bildschirm. Ein schnellerer Prozessor und eine bessere Kamera sind im Grunde kaum der Rede wert. Das ist Modellpflege und entspricht dem sparsameren Motor beim neuen Golf.

Wie schnell Fans zu Feinden werden können

Spannender wird es beim Thema Datenfunk. Nach UMTS könnte nun LTE dafür sorgen, dass die Nutzer deutlich schneller im Internet surfen können. Auch das ist allerdings bei den Wettbewerbern längst Standard und hat womöglich einen gravierenden Nachteil: Weil LTE deutlich mehr Strom frisst, muss wohl der Akku wachsen und dafür wiederum der Anschluss für Zubehör und Ladekabel einem kleineren Modell weichen.

Doch den alten Anschluss gab es seit neun Jahren und entsprechend riesig ist die Zahl der Lautsprecher und Ladestationen dafür. Treue Apple-Kunden, die vom alten aufs neue iPhone umsteigen, müssten also womöglich für neues Zubehör tief in die Tasche greifen oder mit hässlichen Adaptersteckern leben. Da kann sich Apple schnell Fans zu Feinden machen. Denn wer ohnehin das Zubehör neu kaufen muss, der wechselt vielleicht lieber gleich ganz zur Konkurrenz.

Mobilfunkstandards LTE und UMTS

LTE (Long Term Evolution) ist ein Mobilfunkstandard und der Nachfolger von UMTS (Universal Mobile Telecommunication Systems). In der vierten Generation - deshalb auch 4G genannt - soll LTE künftig eine Downloadrate von bis zu 300 Megabit pro Sekunde haben. Bei UMTS (3G) sind es maximal 7,8 Megabit pro Sekunde. Während bei UMTS nur eine Bandbreite auf einmal genutzt wird, sind dies bei LTE gleich mehrere. Auf diese Weise können Online-Anwendungen auf Mobilfunkgeräten nahezu in Echtzeit dargestellt werden.

LTE gilt auf Grund der Geschwindigkeiten im Vergleich zu DSL und Kabel als kostengünstige Alternative zu den verkabelten Anschlüssen. Ein bereits vorhandener UMTS Funkturm kann leicht mit LTE Technik aufgerüstet werden, ohne dafür überall neue Kabel verlegen zu müssen.

In Deutschland werden zunächst vor allem Gebiete mit LTE versorgt, in denen es kein DSL oder Kabel gibt, um die "weißen Flecken" von der Landkarte zu tilgen. Erst danach soll das Netz in den Städten und Ballungsgebieten ausgebaut werden.

Schwere Nachfolge

Fehlt noch das "Killerfeature", also der große Paukenschlag, der beim früheren Apple-Chef Steve Jobs den krönenden Abschluss der Präsentationen ausmachte. Betont beiläufig als "one more thing" angekündigt, als noch eine Sache, die dann aber die Zuschauer oft staunen ließ. Doch der Visionär Steve Jobs ist tot, sein Nachfolger Tim Cook ein effizienter Manager, der aber bislang noch nicht mit spektakulären eigenen Ideen aufwarten konnte. Apple zehrt vom guten Ruf vergangener Tage.

Es bleibt also Raum für weitere Spekulationen. Darin ist Apple ganz groß. Und das nimmt oft schon merkwürdige Züge an. Ein Leser der Gerüchteseite "Mac Rumors" nahm ein Foto der dekorativen Vorhänge, die jetzt schon den Ort der Präsentation zieren und nudelte dieses Foto solange durch sein Bildbearbeitungsprogramm, bis er darin ganz eindeutig die Spiegelung der Programmsymbole für das neue iPhone zu erkennen glaubte - inklusive eines neuen Logos, das nun wieder die Gerüchteküche anheizt. Ist es der neue Apple-Musikdienst? Die drahtlose Bezahlfunktion? Egal. Hauptsache das Netz diskutiert und Apple reibt sich die Hände.

Der neue Apple-Chef und Steve Jobs Nachfolger Tim Cook.
galerie

Tim Cook ist neuer Apple-Chef. Als Nachfolger von Steve Jobs hat er kein leichtes Los gezogen. Viele Erwartungen lasten auf seinen Schultern.

Stand: 12.09.2012 14:59 Uhr

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