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28.05.2012

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Ausland
IANA verteilt letzte Adressen nach IPv4-Standard
Kennziffern des IPv4-Standards ausgeschöpft

IANA teilt letzte IP-Adressen zu

Das Internet platzt aus allen Nähten: Die oberste Vergabestelle für die IP-Adressen hat symbolisch die letzten fünf Kennziffer-Blöcke an Vertreter der Vergabestellen in den Kontinenten vergeben. Faktisch waren die letzten beiden Blöcke bereits zuvor der Vergabestelle für den asiatisch-pazifischen Raum zugeteilt worden. Damit ist der verfügbare Pool nach dem alten IPv4-Standard für Computer, netzfähige Mobiltelefone und andere Geräte ausgeschöpft, teilte die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) mit.

Die Organisation mit Sitz in Miami forderte einen beschleunigten Übergang zum Nachfolge-Standard IPv6. Damit erhöht sich die Zahl möglicher IP-Adressen von derzeit rund 4,3 Milliarden auf die kaum fassbare Zahl von 340 Sextillionen. Möglich wird dies, weil die IPv6-Adressen aus 128 Nummern bestehen.

BITKOM kritisiert langsame Umstellung auf IPv6

BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Laut BITKOM-Präsident Scheer hinkt Europa bei der Umstellung auf IPv6 hinterher. ]
Viele Netzbetreiber haben bereits einen Teil der für die Umstellung auf IPv6 erforderlichen Arbeiten abgeschlossen. Experten kritisieren aber, dass dies zu langsam geschehe. Der Präsident des deutschen IT-Branchenverbands BITKOM, August-Wilhelm Scheer, erklärte, noch längst nicht alle Internet-Provider seien in der Lage, ihren Kunden Dienste auf Basis von IPv6 anzubieten. Europa hinke Asien und Amerika hinterher.

Gleichzeitig empfahl Scheer, nur noch Hardware und Programme zu kaufen, die den neuen Standard unterstützten. Am 8. Juni soll es einen weltweiten Feldtest geben, bei dem viele Web-Angebote über den neuen Standard zu erreichen sein werden. In der Übergangsphase von IPv4 auf IPv6 sollen aber beide Protokolle unterstützt werden.

IPv4 und IPv6:

Nach dem ursprünglichen Internetprotokoll IPv4 bestehen alle Netzadressen aus vier durch Punkte getrennte Zahlen zwischen 0 und 255. So wären theoretisch 256 x 256 x 256 x 256 Adressen von 0.0.0.0 bis 255.255.255.255 verfügbar, das sind 4.294.967.296 individuelle Adressen. Da diese jedoch in Blöcken von verschiedenen Größen vergeben werden und einige Bereiche für bestimmte Zwecke reserviert sind, sind es faktisch deutlich weniger.

Bei der Weiterentwicklung IPv6 sind theoretisch 2 hoch 128, also rund 340.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 verschiedene Adressen möglich - das sind mehr, als es Sandkörner auf der Erde gibt. Server, Router und Endgeräte müssen jedoch entsprechend programmiert sein, so dass sie mit dem IPv6-Protokoll umgehen können.
 
Stand: 03.02.2011 18:40 Uhr

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