Ted Cruz: Er soll die Wahl der Republikaner in Iowa für sich entschieden haben | Bildquelle: REUTERS

US-Vorwahl in Iowa Cruz gewinnt, Clinton führt hauchdünn

Stand: 02.02.2016 09:17 Uhr

Bei der US-Vorwahl in Iowa hat sich Ted Cruz gegen Donald Trump durchgesetzt. Während das Ergebnis bei den Republikanern recht deutlich ist, liegt Hillary Clinton bei den Demokraten nach Auszählung fast aller Stimmen nur hauchdünn vorn.

Im Präsidentschaftswahlkampf der USA hat Ted Cruz bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa laut US-Medien für sich entschieden. Auf ihn entfielen nach Angaben der Sender "CNN" und "Fox" in der Nacht die meisten Wählerstimmen. Damit verwies er Donald Trump auf Platz zwei. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen entfallen 27,7 Prozent auf Cruz und 24,3 Prozent auf Trump, dahinter liegen Marco Rubio (23,1), Ben Carson (9,3) und Rand Paul (4,5).

"Die Ehre gebührt Gott", sagte Cruz, der sich besonders um evangelikal-christliche Wähler bemüht hatte, in seiner Siegesrede. "Der heutige Abend ist ein Sieg für mutige Konservative überall in Iowa und überall in dieser großartigen Nation."

Sein Konkurrent Trump äußerte sich zufrieden. "Wir sind Zweiter geworden, und ich möchte euch etwas sagen: Ich fühle mich einfach geehrt, sehr geehrt", sagte er vor Anhängern. Der wegen seiner populistischen und teils fremdenfeindlichen Äußerungen umstrittene Geschäftsmann versuchte, sich nachträglich zum Außenseiter zu erklären: "Alle haben mir gesagt: 'Geh nicht nach Iowa. Du wirst nicht unter den ersten Zehn abschneiden'."

Hillary Clinton | Bildquelle: AFP
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"Too close to call": Clinton und ...

Bernie Sanders | Bildquelle: dpa
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... Sanders "praktisch gleichauf".

Kampfansage an die "Establishment-Politik"

Bei den Demokraten holte sich Ex-Außenministerin Hillary Clinton offenbar mit einem hauchdünnen Abstand von nur wenigen zehntel Prozentpunkten den Sieg vor Bernie Sanders, Senator aus Vermont. Nach 99 Prozent der übermittelten Stimmen lag Clinton bei 49,9 Prozent, Sanders bei 49,6 Prozent.

In vier Wahlkreisen hatte es Probleme bei der Übermittlung der Ergebnisse gegeben, in mindestens einem Wahlkreis musste für die Zuordnung eines County-Delegierten eine Münze geworfen werden. Sanders sagte vor Anhängern, er liege mit Hillary Clinton "praktisch gleichauf". Zugleich beglückwünschte er seine Rivalin zu einer "sehr lebhaften Kampagne". Vor neun Monaten sei er ohne Geld, Ruhm oder politische Organisation nach Iowa gekommen.

Nun habe er es aber mit "der mächtigsten politischen Organisation in den Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen" - nämlich der Clinton-Familie, sagte der selbst erklärte demokratische Sozialist. Die Menschen in Iowa hätten die gewichtige Botschaft gesandt, dass es für "Establishment-Politik" in den USA zu spät sei.

Vor Unterstützern erklärte Clinton, sie freue sich auf das nächste Debatten-Duell mit Sanders, nun da sie die einzigen verbliebenen Kandidaten seien, erklärte die frühere US-Außenministerin. Sei sei zutiefst erleichtert darüber. Die Demokraten hätten eine klare Idee davon, was ihre Kampagne ausmache und was das Beste für das Land sei, fügte Clinton hinzu.

US-Vorwahlen in Iowa
Rolf Büllmann, ARD Washington
02.02.2016 07:27 Uhr

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Zwei Bewerber geben auf

Nachdem nur 0,6 Prozent der Stimmen in Iowa auf Martin O'Malley entfielen, hatte dieser das Ende seiner Kandidatur angekündigt. Auch der Republikaner Mike Huckabee, der laut Prognosen nur 1,8 Prozent der Stimmen holte, erklärte auf Twitter, er beende offiziell seine Wahlkampfkampagne.

Gov. Mike Huckabee @GovMikeHuckabee
I am officially suspending my campaign. Thank you for all your loyal support. #ImWithHucK

Auch wenn Iowa zahlenmäßig mit seinen 1,2 Millionen Wählern kaum ins Gewicht fällt, hat es als traditionell erster Ort der Vorwahlen eine Signalwirkung.

New Hampshire folgt

In den kommenden Monaten finden in allen Bundesstaten Vorwahlen statt. Nach Iowa geht es am 9. Februar in die zweiten Vorwahlen in New Hampshire. Die letzten der 50 Bundesstaaten halten ihre Vorwahlen im Juni ab, einen Monat später nominieren beide Parteien dann offiziell ihre Kandidaten. Am 8. November findet die Präsidentenwahl statt, zu der Amtsinhaber Barack Obama nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf.

Dieser Beitrag lief am 02. Februar 2016 um 08:11 Uhr im Deutschlandfunk.

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