Großer Andrang bei der ersten US-Vorwahl: In Iowa hat der Caucus begonnen | Bildquelle: REUTERS

Kampf um US-Präsidentenamt Großer Andrang bei den Vorwahlen in Iowa

Stand: 02.02.2016 03:23 Uhr

Die erste Vorwahl in den USA im Kampf um das Weiße Haus hat begonnen: Iowa fällt zwar zahlenmäßig nicht ins Gewicht, hat aber Signalwirkung. Bei den Demokraten liefern sich Clinton und Sanders ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei den Republikanern wird es eng zwischen Trump und Cruz.

Im US-Bundesstaat Iowa haben die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur von Demokraten und Republikanern begonnen. Seit 19 Uhr Ortszeit (2 Uhr deutscher Zeit) können Parteimitglieder und registrierte Anhänger in mehr als 1100 Schulen, Kirchen und Büchereien über die Kandidaten entscheiden. Das Interesse ist groß: die Wahllokale melden großen Andrang.

In den letzten Umfragen sieht es auf beiden Seiten sehr knapp aus: "Auf der Seite der Demokraten ist der Vorsprung von Hillary Clinton in den letzten Tagen zusammengeschmolzen auf gerade einmal drei bis vier Prozent, das ist im Bereich der Fehlerquote", berichtet Ina Ruck, für die ARD in Iowa, im nachtmagazin. "Der linke Senator Bernie Sanders, der den Amerikanern eine Revolution verspricht, hat hier im ländlichen Iowa sehr viel Erfolg", so Ruck. Auch bei den Republikanern ist es eng: Zwischen Ted Cruz und Donald Trump.

Ina Ruck, ARD Washington, zu den Vorwahlen in Iowa
Nachtmagazin 00:15 Uhr, 02.02.2016

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Clinton braucht den symbolischen Sieg

Auch wenn Iowa zahlenmäßig mit seinen 1,2 Millionen Wählern kaum ins Gewicht fällt, hat es als traditionell erster Ort der Vorwahlen eine Signalwirkung. Und eine braucht den Erfolg hier besonders: Hillary Clinton. "Sie hat sich hier beim letzten Versuch, die Kandidatin der Demokraten zu werden, ein blaues Auge geholt, sie hat verloren - überraschend damals gegen den Außenseiter Barack Obama und hat damit auch das Weiße Haus am Ende verloren."

Bei den Republikanern hingegen hatte ein Sieg in Iowa vor den beiden letzten Wahlen nicht viel zu bedeuten. Weder 2008 noch 2012 schaffte es der Sieger schließlich auch zur Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten durch seine Partei.

Entfremdung zu Washington befördert extreme Kandidaten

Dass nun extreme Außenseiter wie Sanders oder Trump nicht nur in Iowa Chancen haben, ist laut Ina Ruck auffällig: "Es sagt uns viel darüber, wie groß die Entfremdung ist, zwischen dem, was in Washington passiert, also der offiziellen Politik, und den Bürgern im Land: nämlich riesengroß."

Ergebnisse werden ab etwa 6 Uhr deutscher Zeit erwartet. In den kommenden Monaten finden in allen Bundesstaten Vorwahlen statt. Nach Iowa geht es am 9. Februar in die zweiten Vorwahlen in New Hampshire . Die letzten der 50 Bundesstaaten halten ihre Vorwahlen im Juni ab, einen Monat später nominieren beide Parteien dann offiziell ihre Kandidaten. Am 8. November findet die Präsidentenwahl statt, zu der Amtsinhaber Barack Obama nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf.

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