Syriens Präsident Bashar al Assad im Interview mit der ARD | Bildquelle: Präsidialamt Damaskus

ARD-Interview mit dem syrischem Präsidenten Für Assad ist es kein Bürgerkrieg

Stand: 01.03.2016 14:42 Uhr

ARD-Korrespondent Thomas Aders hat in Damaskus mit Syriens Machthaber Assad gesprochen. Im exklusiven Fernsehinterview befürwortete er die Waffenruhe. Den Vorwurf, er hungere sein Volk aus, wies er zurück und stellte klar, sein Land befinde sich nicht in einem Bürgerkrieg.

Syriens Präsident Bashar al-Assad hat die derzeit geltende Waffenruhe als einen "Hoffnungsschimmer" für sein Land bezeichnet. "Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert", sagte er im ARD-Exklusiv-Interview.

Kämpfern der Aufständischen bot Assad eine Amnestie an, wenn sie ihre Waffen niederlegten und ins zivile Leben zurückkehrten. Dies werde bereits in einigen Landesteilen praktiziert, sagte der syrische Präsident. Einen Bürgerkrieg gebe es derzeit nach seiner Definition in Syrien nicht.

Bashar al-Assad, Präsident Syrien, im ARD-Interview
tagesschau 12:00 Uhr, 01.03.2016

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"Wie sollen wir Nahrungsmittelzufuhr unterbrechen?"

In dem 25-minütigen Gespräch, das ARD-Korrespondent Thomas Aders am Sonntag in Damaskus führte, bezeichnete Assad die Lage der Bevölkerung in seinem Land als "humanitäre Katastrophe".

Er bestritt jedoch, dass die syrischen Truppen die Lebensmittelzufuhr bewusst abgeschnitten hätten. "Wie sollten wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr abschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?", fragte Assad mit Blick auf den angeblichen Beschuss aus den belagerten Gebieten.

Unterstützung aus Russland, dem Iran und Libanon

Assad gestand ein, dass er aus dem Ausland unterstützt wird. Als Beispiel nannte er Russland, den Iran und Libanon. Deshalb sei Syrien derzeit nicht mehr "vollständig souverän". Die Verbündeten seien jedoch nicht hauptsächlich an seinem Schutz interessiert. Letztendlich "verteidigen sie nicht uns, sondern sich selbst", sagte Assad.

Die deutsche Flüchtlingspolitik begrüßte Assad und sagte, es sei "gut, Flüchtlinge aufzunehmen, die wegen der Krise das Land verlassen". Mit Blick auf die Kosten für das Engagement sagte er jedoch, dass es "billiger" sei, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land zu bleiben. Dafür müsste sich der Westen jedoch entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land.

Das Interview in vollständiger Länge können Sie um 20.15 Uhr bei tagesschau24 sehen. Zeitgleich veröffentlicht tagesschau.de eine deutsche und englische Fassung.

ARD-Interview: Assad äußert sich zur Waffenruhe in Syrien
A. Allmeling, ARD Kairo
01.03.2016 16:15 Uhr

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