Interpol hebt Fälscherring aus - über 6000 Festnahmen

Globaler Fälscherring ausgehoben

Interpol nimmt über 6000 Menschen fest

Ein Interpol-Ermittler in einem nicht näher genannten Gebäude in Namibia im Juni 2013. (Bildquelle: AP)
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Auf vier Kontinenten schlug Interpol zu - auch im afrikanischen Namibia.

Die internationale Polizeibehörde Interpol hat weltweit agierende Schmuggel- und Fälschungsnetzwerke hochgehen lassen. Dabei seien im Mai und Juni in Amerika, Asien, Afrika und Europa Güter im Wert von gut 100 Millionen Euro sichergestellt worden, teilte Interpol in Lyon mit. Gut 6000 Beteiligte seien festgenommen worden, mehr als die Hälfte davon in der Türkei.

Zu den beschlagnahmten Waren zählten gefälschte Rasierer, Alkohol, Zigaretten und Schusswaffen. Allein in der Türkei wurden Interpol zufolge zwölf Millionen Päckchen illegal gehandelter Zigaretten beschlagnahmt.

Produkte "ohne jede Qualitätskontrolle"

Erstmals koordinierte Interpol auch in Asien Polizeieinsätze - selbst die chinesischen Behörden beteiligten sich. So wurden bei dem Einsatz "Hurricane" im Süden der Volksrepublik Fabriken aufgespürt, die unter anderem gefälschtes Shampoo produzierten. In Thailand nahmen die Ermittler die Hersteller von gefälschter Kleidung und nachgemachten DVDs ins Visier und setzten mehr als 400 Menschen fest.

"Beim Handel mit illegalen Gütern und Fälschungen geht es nicht nur um die Gewinne von organisierten kriminellen Netzwerken", erklärte der Leiter der Anti-Schmuggel- und Fälschungsabteilung von Interpol, Michael Ellis. "Es geht auch um wirkliche Gefahren, die diese Produkte für die Gesundheit und Sicherheit von Menschen darstellen." So seien Alkohol und Motoren beschlagnahmt worden, die ohne jede Qualitätskontrolle hergestellt worden seien.

Ein Ermittler von Interpol zeigt bei einer Pressekonferenz am 18.07.2013 eine Karte mit Tatorten. (Bildquelle: AP)
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Ein Ermittler von Interpol zeigt eine Karte mit Tatorten.

94.000 Flaschen Bier beschlagnahmt

Ellis nannte weitere Beispiel: eine Werkstatt in Peru, in der falsche Markensiegel an Motoren aus China montiert wurden, eine unterirdische Zigarettenfabrik in der Ukraine, oder auch eine Brauerei in Chile, in der 94.000 Flaschen Bier beschlagnahmt wurden.

Interpol will die bei den Razzien gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um eine mutmaßliche Zusammenarbeit der Fälscherringe zu untersuchen. "So wie diese kriminellen Netzwerke arbeiten, wird es Verbindungen geben", sagte Ellis. "In einem Land gibt es eine Fabrik, in einem zweiten ist die Vertriebskette angesiedelt und im dritten Land wird Geld bezahlt." Die Ausmaße des Einsatzes zeigten, dass von international ausgerichteter Produkt-Fälschung eine große Gefahr ausgehe.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Juli 2013 um 22:15 Uhr.

Stand: 18.07.2013 17:49 Uhr

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