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[Bildunterschrift: Von der Geburt bis zur Herzoperation: Marc Zuckerberg möchte, dass künftig alle alles mitteilen. ]
Überhaupt Facebook: Weltweit stieg die Zahl der Nutzer 2011 auf 800 Millionen, in Deutschland machen mittlerweile mehr als 20 Millionen mit. Mit dem Erfolg wuchs aber auch die Kritik an dem sozialen Netzwerk, etwa an der automatischen Erkennung von Personen auf den hochgeladenen Fotos. Oder an der von Gründer Marc Zuckerberg im September vorgestellten "Chronik", die Nutzer dazu verleiten soll, mit ihren persönlichen Daten noch mitteilsamer umzugehen. Einen Schuss vor den Bug versetzte dem Internetriesen die Datenschutzbehörde des kleinen Schleswig-Holstein, die Betreibern von Fan-Seiten bei Facebook Strafgelder androhte und Facebook damit zum Dialog zwang.
Suchmaschinen-Marktführer Google, ebenfalls als Datenkrake berüchtigt, konnte dagegen bei der Vorstellung seines eigenen sozialen Netzwerks Google+ durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen Punkte sammeln, trotz Kritik an der fehlenden Möglichkeit zur Nutzung unter Pseudonym. Von den Dimensionen der Facebook-Nutzerschaft ist Google+ trotz eines rasanten Starts zwar noch weit entfernt. Die neue Plattform wird jedoch von der Verknüpfung mit der Suchmaschine sowie mit Googles Browser Chrome und dem Handy-Betriebssystem Android profitieren. Beide haben im vergangenen Jahr bei ihren Marktanteilen kräftig zulegt.
Der bisherige Smartphone-Platzhirsch Apple musste hingegen den Tod des Firmen-Visionärs Steve Jobs verkraften. Die letzten noch unter Jobs entwickelten und unter seinem Nachfolger eingeführten Neuerungen (Sprachsteuerung, Musikspeicherung in der "Cloud") könnten zwar den Weg in die Zukunft weisen - aber die ganz große Begeisterung ist bisher ausgeblieben.
[Bildunterschrift: Die Piratenpartei-Anhänger freuen sich über die 8,9 Prozent, die sie bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin erreicht haben. ]
Der digitale Druck manifestierte sich auch parlamentarisch: Die Piratenpartei erreichte mit dem Einzug in das Berliner Abgeordnetenhaus den Höhepunkt ihres bisherigen Erfolges. Die Umfragewerte der Partei können die FDP auch bundesweit neidisch machen. Den anderen großen Parteien führen sie vor Augen, dass viele jüngere Menschen bei ihnen die Antworten auf Fragen vermissen, die durch die Digitalisierung der Gesellschaft entstehen. Neben dem netzpolitischen Vakuum der anderen machte auch der unorthodoxe Politik-Stil die Piraten attraktiv - auch für bisherigen Nichtwähler. Nun müssen die Piraten zeigen, wie sie sich im politischen Alltagsgeschäft bewähren und auf dem Weg zur Durchsetzung ihrer Forderungen nach mehr Transparenz und Stärkung von Bürgerrechten im digitalen Zeitalter nicht über selbstgestellte Fußangeln stolpern.
Innenpolitisch hohe Wellen schlugen auch die Enthüllungen um den Staatstrojaner. Der Chaos Computer Club stellte bei der Untersuchung fest, dass die Software für die heimliche Online-Durchsuchung von Computern selbst Sicherheitslücken aufwies und zum Teil Funktionen ermöglichen könnte, die den Ermittlern nicht erlaubt sind.
Verhältnismäßig wenig war hingegen 2011 von der Enthüllungsplattform WikiLeaks zu hören, die im Vorjahr für Furore gesorgt hatte. Die Schlagzeilen beherrschten trotz Veröffentlichungen über Guantánamo und Spionage-Software das Verfahren gegen Gründer Julian Assange und die finanziellen Schwierigkeiten der Plattform. Die Entscheidung, ob Assange an Schweden ausgeliefert wird, könnte nun endlich im Februar 2012 fallen. Und zum Jahresende hat WikiLeaks nun die Veröffentlichung von "Millionen E-Mails von einigen der mächtigsten Männer der Welt" angekündigt.
Spannend wird 2012 auch werden, ob die Occupy-Proteste weitergehen. Beflügelt vom Erfolg der arabischen Demonstranten haben in den USA, Deutschland und anderen Ländern Unzufriedene ein gemeinsames Schlagwort gefunden, um gegen soziale Ungerechtigkeit zu protestieren. Ob ein über das Internet verbreitetes Motto allerdings ausreicht, um daraus eine dauerhafte Bewegung zu formen, wird sich erst beweisen müssen.
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