Südafrikas Präsident Jacob Zuma | Bildquelle: picture alliance / dpa

Vorwürfe gegen südafrikanischen Präsidenten Zuma und der Gupta-Clan

Stand: 16.03.2016 21:32 Uhr

Es geht um einen indischen Clan, der offenbar massiv die Politik mitbestimmt - und zwar die in Südafrika. Dort soll die Unternehmerfamilie, die mit Präsident Zuma eng verbandelt ist, sogar bei der Vergabe von Regierungsposten direkten Einfluss ausgeübt haben.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma gerät wegen seiner Beziehungen zu dem einflussreichen indischen Gupta-Clan unter Druck. Vize-Finanzminister Mcebisi Jonas erklärte, die Unternehmerfamilie habe ihm Ende 2015 den Posten des Finanzministers angeboten. Er habe "dies ohne Zögern abgelehnt".

Das Angebot, die Nachfolge des wenig später entlassenen Ressortchefs Nhlanhla Nene anzutreten, sei eine "Verhöhnung unserer hart erarbeiteten Demokratie", sagte Jonas.

Familie kontrolliert Firmenimperium

Seine Anschuldigungen heizen Spekulationen an, wonach die Guptas die südafrikanische Politik unterwandert haben könnten. Der Clan kontrolliert ein Firmenimperium in Südafrika und gehört zu den reichsten Familien des Landes. Die Familie ist ein Großspender der Regierungspartei ANC und unterhält enge Beziehungen zu Staatschef Zuma. Einer seiner Söhne ist ein Geschäftspartner der Gupta-Familie und leitet eines ihrer Unternehmen. Zumas Frau Bongi Ngema war ebenfalls in einem Gupta-Konzern angestellt.

Ein Familiensprecher wies die Vorwürfe des Vize-Finanzministers umgehend als "vollkommen falsch" zurück.

Kürzlich hatte bereits die ANC-Abgeordnete Vytije Mentor erklärt, ihr sei von der Familie ein Regierungsposten angeboten worden. Die Guptas, die in Südafrika auch Minen betreiben, sollen zudem die Ernennung anderer Kabinettsmitglieder, unter ihnen Bergbauminister Mosebenzi Zwane, mitbestimmt haben.

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