Aufräumen in Indien nach Wirbelsturm "Phailin"

Der Zyklon

Tausende Helfer in Ostindien im Einsatz

Aufräumen nach Wirbelsturm "Phailin"

Nach Wirbelsturm "Phailin" sind in Ostindien Tausende Helfer im Einsatz. Ganze Landstriche stehen unter Wasser. 23 Menschen starben, bis zu eine Million brachte sich in Sicherheit. Die Schäden sind jedoch geringer als befürchtet.

Von Jürgen Webermann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Zu Tausenden sind sie im Einsatz, freiwillige Helfer, Polizisten, Militärangehörige und Feuerwehrleute. Nach und nach verschaffen sie sich ein Bild von den Zerstörungen, die der Zyklon in der vergangenen Nacht in Ostindien angerichtet hat. Weit ins Landesinnere hat sich der Sturm vorgearbeitet.

Ein Augenzeuge schildert die bangen Stunden. So etwas habe er seit 15 bis 20 Jahren nicht mehr erlebt. "Es ist einfach alles hin- und hergeflogen. Dann stürzte ein Baum auf unser Haus. Und die Straßen sind auch blockiert."

Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 18. (Bildquelle: AFP)
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Ein Mann sitzt nahe der Stadt Gopalpur vor seinem zerstörten Laden. Die Zahl der Todesopfer nach dem Wirbelsturm stieg auf mindestens 18.

In vielen Städten an der ostindischen Küste ein ähnliches Bild. Fensterscheiben wurden vom Wind eingedrückt, Fassaden stürzten ein, ganze Landstriche stehen unter Wasser und sind ohne Strom. Telefonleitungen sind blockiert, wertvolle Ernten wurden vernichtet.

Mit einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Stunde hatte der Zyklon am Abend die Küste erreicht und mehrere Stunden lang gewütet. Der gewaltige Sturm hatte ein Ausmaß von 500 Kilometern, einige sprachen von einem Superzyklon. Die Flutwellen, die der Sturm vor sich hertrieb, waren drei Meter hoch.

Indien nach dem Supersturm
J. Webermann, ARD Neu-Dehli
13.10.2013 12:43 Uhr

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Schäden geringer als erwartet

"Und dennoch sind die Schäden und Auswirkungen deutlich geringer, als wir erwartet haben", sagt der Chef des Katastrophenschutzes in Neu-Delhi. Jetzt ziehe der Sturm weiter, aber er flaue ab. In vielen Regionen werde es zwei Tage lang heftig regnen.

Wegen des anhaltenden Unwetters sind die Behörden weiter alarmiert, auch die indische Armee bleibt in Einsatzbereitschaft. Es gibt Flutwarnungen für einige Bundesstaaten im Landesinneren. Aber bisher scheint das Katastrophenmanagement funktioniert zu haben.

Vielerorts wie hier im Bundesstaat Orissa wurde weite Landstriche überflutet. (Bildquelle: AP)
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Vielerorts wie hier im Bundesstaat Orissa wurde weite Landstriche überflutet.

Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 18. (Bildquelle: AP)
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Das Haus dieser Frau im Bezirk Ganjam wurde durch Zyklon "Phailin" völlig zerstört.

Bis zu eine Million Menschen in Sicherheit gebracht

In der laut Zuständigen größten Evakuierungsaktion der indischen Geschichte hatten die Behörden gestern offenbar bis zu eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Seit Tagen warnte der Wetterdienst vor dem Zyklon, Fernsehsender zeigten Satellitenbilder, auf denen die Ausmaße des Sturms deutlich erkennbar waren. Mit Lastwagen, Rikschas und allem, was irgendwie fahrbar war, flüchteten die Menschen in sichere Gegenden. Andere kamen in Tempeln und sicheren Gebäuden unter.

Viele Bewohner der Gegend leben in einfachen Häusern und Hütten, von denen viele zerstört sein dürften. Insgesamt sind noch immer rund zwölf Millionen Menschen von dem Unwetter betroffen. Vor 14 Jahren waren bei einem ähnlichen Tropensturm noch mehr als zehntausend Menschen ums Leben gekommen. Diesmal war das Land jedoch deutlich besser vorbereitet.

Zyklon "Phailin" richtet an indischer Ostküste große Schäden an
tagesschau24 14:00 Uhr, 13.10.2013, Eva Simon, DW

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Stand: 13.10.2013 16:00 Uhr

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