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Neue Strompanne in Indien

Mega-Blackout am zweiten Tag in Folge

Nur einen Tag nach dem massiven Stromausfall im Norden Indiens ist erneut das Stromnetz zusammengebrochen. Betroffen ist neben dem Norden auch der Osten und damit etwa die Hälfte des Landes. Offenbar haben wieder einige Bundesstaaten mehr Strom abgezweigt, als ihnen zusteht.

Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Die indischen Fernsehsender überbieten sich mit Meldungen: Zwölf Bundesstaaten sind betroffen, nein 15, nein 18. Die Hälfte Indiens hat keinen Strom, es ist der schlimmste Stromausfall in der Geschichte.

Da wirkt es seltsam entrückt, wie seelenruhig der Energieminister die Lage schildert: "Wir kümmern uns um Alternativen, aber es wird noch dauern, bis wieder alles normal läuft", sagt Sushil Kumar Shinde.

Indische Medien - Schlimmster Stromausfall der Geschichte
S. Petersmann, WDR Neu Delhi
31.07.2012 13:58 Uhr

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In der Hauptstadt Neu Delhi fährt die Metro nicht mehr, Passagiere werden aus den Fahrtunneln und Stationen evakuiert. Ein junger Mann ist außer sich vor Wut. "Wir sitzen hier jetzt schon seit zwei Stunden fest und nichts passiert. Wie sollen wir nach Hause kommen? Hier kann niemand unsere Fragen beantworten."

Landesweit stehen auf den Gleisen der indischen Eisenbahn mindestens 300 Züge still. Krankenhäuser können nur den Notbetrieb aufrechterhalten. Ausfallende Ampeln legen den Verkehr lahm. Unternehmer und Behörden sind zur Tatenlosigkeit verdammt.

Fast 700 Millionen Inder über Stunden ohne Strom
tagesthemen 23:00 Uhr, 31.07.2012, Gabor Halasz, ARD Neu-Delhi

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Gesicherten Strom haben nur diejenigen, die auf einen Dieselgenerator zurückgreifen können. Tatsächlich ist etwa die Hälfte Indiens vom neuen Mega-Stromausfall betroffen. Gestern waren es "nur" die Metropole Neu Delhi und sieben nördliche Bundesstaaten.

Eine verhängnisvolle Kettenreaktion

Heute allerdings scheint es eine verhängnisvolle Kettenreaktion zu geben: Der Zusammenbruch des nördlichen Versorgungsnetzes am zweiten Tag in Folge sorgt auch im Osten Indiens für Chaos - bis hinein in die Metropole Kolkata (frühe Kalkutta).

Und wie bereits gestern machen Experten die komplette Überlastung des Netzes für den Totalausfall verantwortlich. Danach haben mehrere Bundesstaaten viel mehr Strom abgezweigt als sie eigentlich dürfen.

Staus auf Neu Delhis Straßen. Weil Bahnen und Züge nicht fahren, steigen viele Inder aufs Auto um.
galerie

Staus auf Neu Delhis Straßen: Weil Bahnen und Züge nicht fahren, steigen viele Inder aufs Auto um und verursachen nach dem Strom- nun noch ein Verkehrschaos.

Steigender Bedarf im Sommer nicht zu decken

Gerade in den heißen Sommermonaten hinkt Indiens Energieproduktion dem Verbrauch weit hinterher. Die Versorgungsnetze sind ständig an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

Die Betroffenen verlieren inzwischen die Geduld. Ein gestrandeter Metro-Passagier in der Hauptstadt schimpft: "Die Luft hier draußen ist zum Ersticken. Aber sie lassen niemanden in die Stationen rein. Keiner hier weiß, wann die Metro wieder fahren wird. Sie sagen uns nur, dass wir ruhig und kontrolliert bleiben sollen."

Schwellenland setzt auf Kohle und Atomkraft

Stromausfälle gehören in Indien zum Alltag. Die Energielücke gehört zu den größten Wachstums- und Entwicklungsbremsen des aufstrebenden Schwellenlandes. Das Land will den chronischen Engpass vor allem durch den Bau von neuen Atom- und Kohlekraftwerken überwinden. 

Stand: 31.07.2012 12:50 Uhr

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