Kashmir Karte

Nach Zwischenfall an indisch-pakistanischer Grenze Verschärfte Tonlage im Kaschmir-Konflikt

Stand: 09.01.2013 11:31 Uhr

Nach dem Tod zweier indischer Soldaten bei einem Gefecht an der Grenze zu Pakistan hat Indien den pakistanischen Botschafter einbestellt.

Indiens Verteidigungsminister A.K. Antony bezeichnete es als "unmenschlich", wie die indischen Soldaten von der pakistanischen Armee in der Kaschmir-Region behandelt worden seien.

Der indische Sender NDTV berichtete unter Berufung auf ungenannte Militärs, einer der Toten sei enthauptet worden, sein Kopf sei nicht aufgefunden worden. Es handele sich um einen der schwersten Verstöße gegen das fast zehn Jahre alte Waffenstillstandsabkommen.

Indiens Außenminister Salman Kurschid sprach von einem "entsetzlichen" Vorfall, der nicht hinnehmbar sei. Dies werde man Pakistan deutlich machen.

Kaschmir: Konflikt zwischen Indien und Pakistan flammt erneut auf
tagesschau24 13:00 Uhr, 09.01.2013, Anna Grabenströer, ARD-aktuell

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"Indische Propaganda"

Ein pakistanischer Armeesprecher wies die Vorwürfe pauschal zurück. "Das sieht nach indischer Propaganda aus, um von dem Angriff auf einen pakistanischen Posten am Sonntag durch indische Truppen abzulenken, bei dem ein Soldat getötet wurde", sagte er.

Die indische Armee teilte zu dem jüngsten Zwischenfall vom Dienstag mit, pakistanische Truppen seien im Schutz von dichtem Nebel in den indischen Teil Kaschmirs eingedrungen und dort von einer Patrouille in ein Gefecht verwickelt worden. Bei den Kämpfen, die eine halbe Stunde angedauert hätten, seien zwei indische Soldaten getötet und zwei weitere verwundet worden.

Karte Indien Kashmir Pakistan Waffenstillstandslinie
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Beide Atommächte beanspruchen die gesamte Region Kaschmir für sich.

Bereits Schusswechsel am Wochenende

Es war der zweite Vorfall in den vergangenen Tagen in der Region. Am Wochenende war es nach Monaten der Annäherung wieder zu Schusswechseln in Kaschmir gekommen. Pakistan warf Indien vor, einen Stützpunkt angegriffen und einen Soldaten getötet zu haben. Indien bestritt dies und erklärte, das pakistanische Militär habe mehr als fünf Stunden lang indische Stellungen beschossen.

Sowohl Indien als auch Pakistan beanspruchen Kaschmir für sich. 2003 beendete ein Waffenstillstand die Gefechte in der Region. Allerdings werfen sich beide Seiten immer wieder gegenseitig vor, die sogenannte Kontrolllinie mit Artilleriefeuer zu verletzen. Der jahrelange Kaschmir-Konflikt ist besonders gefährlich, weil beide Länder über Atomwaffen verfügen.

Spiel mit dem Feuer in Kaschmir
S. Petersmann, WDR Neu-Delhi
09.01.2013 11:32 Uhr

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