Studentin erliegt schweren Verletzungen Opfer von Massenvergewaltigung in Indien gestorben

Stand: 28.12.2012 23:20 Uhr

Proteste gegen Vergewaltigung in Indien. | Bildquelle: dapd
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Protest gegen sexuelle Gewalt: Junge Frauen fordern die Todesstrafe für Vergewaltiger.

Zwölf Tage nach der Vergewaltigung durch sechs betrunkene Männer in Neu Delhi ist die bei der Tat schwer verletzte 23-jährige Inderin gestorben. Das teilte das behandelnde Krankenhaus in Singapur mit. Die Studentin war zuvor mit schweren inneren Verletzungen in die Spezialklinik transportiert worden.

Die junge Frau war in einem Bus überfallen und vergewaltigt worden. Anschließend misshandelten sie die Täter auf brutalste Weise mit einer Eisenstange und warfen ihr Opfer schließlich aus dem Bus. Die junge Frau erlitt dabei schwerste Verletzungen an inneren Organen.

Gewaltsame Proteste in Neu Delhi und ganz Indien

Die Tat löste gewaltsamen Proteste in Neu Delhi und ganz Indien aus. Vor allem junge Menschen protestierten in den vergangenen Tagen gegen das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen und warfen den Behörden vor, nicht genügend gegen Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt vorzugehen. Inzwischen wurden die mutmaßlichen Täter festgenommen.

Indisches Vergewaltigungsopfer in Singapur gestorben
B. Musch-Borowska, NDR Singapur
29.12.2012 04:31 Uhr

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Nach aktuellen Polizeistatistiken wird in Neu-Delhi alle 18 Stunden eine Vergewaltigung gemeldet. Doch die Dunkelziffer ist hoch. Recherchen von Sozialwissenschaftlern haben ergeben, dass drei von vier Tätern straffrei bleiben. Auch deswegen schweigen viele Opfer aus Angst und Scham.

Indiens Männer-Gesellschaft ist das Problem

Nicht fehlende Gesetze sind das Problem, sagt Sozialwissenschaftlerin Ranjana Kumari, sondern die fehlende Debatte über das versteinerte Denken in Indiens traditioneller Männer-Gesellschaft: "Solange wir nicht ehrlich über unsere Geisteshaltung diskutieren, werden Männer weiter glauben, dass sie das Recht haben, die weibliche Sexualität zu kontrollieren. Wenn wir nicht aufhören, die Opfer zu Tätern zu machen, werden wir noch viele Vergewaltigungen erleben."

Dieser Beitrag lief am 28. Dezember 2012 um 16:11 Uhr bei NDR Info.

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