Flüchtlinge überqueren griechisch-mazedonischen Grenzfluss | Bildquelle: dpa

Mazedonische Polizei nimmt Migranten fest Die Flucht endet gleich hinter der Grenze

Stand: 14.03.2016 20:39 Uhr

Im griechischen Lager Idomeni haben viele Flüchtlinge offenbar die Hoffnung aufgegeben, dass die Grenze zu Mazedonien bald wieder geöffnet wird. Hunderte gelangten illegal über einen Fluss nach Mazedonien, wurden dort allerdings rasch festgenommen. Was nun mit ihnen passieren soll, ist unklar.

Von Soldaten werden die Flüchtlinge auf mazedonischer Seite zu Armeelastwagen eskortiert. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Von Soldaten werden die Flüchtlinge auf mazedonischer Seite zu Armeelastwagen eskortiert.

In Mazedonien haben Polizei und Armee Hunderte Flüchtlinge festgenommen, die zuvor illegal in das Land gelangt waren. Nach Angaben von ARD-Korrespondent Julian von Löwis hatten sich bis zu 3000 Menschen nach Tagen des Wartens an der geschlossenen Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien auf den Weg gemacht.

Auch Journalisten und Helfer festgenommen

Was mit den Festgenommenen geschehen soll, ist bislang unklar. Nach Angaben einer Sprecherin der mazedonischen Polizei sollen sie nun zurück nach Griechenland gebracht werden. Dies sei aber nicht so einfach möglich, berichtet ARD-Korrespondent Julian von Löwis auf tagesschau24. Denn die Menschen sind aus dem EU-Land Griechenland in das Nicht-EU-Land Mazedonien geflohen. Nach Informationen des ARD-Korrespondenten sind unter den Festgenommenen auch mehrere Journalisten und freiwillige Helfer, die die Flüchtlinge begleitet haben.

Flüchtlinge suchen neue Wege nach Mazedonien
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.03.2016, Julian von Löwis, BR, zzt. Idomeni

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Junge Männer helfen schwächeren Flüchtlingen

Die Menschen, darunter zahlreiche Kinder, hatten nach einem längeren Marsch über schlammige Wege in der Nähe des Dorfes Chamilo einen Fluss überquert. Das Wasser dort ist zwar nur knie- oder hüfttief, nach tagelangen Regenfällen ist die Strömung aber sehr stark. Junge Männer halfen schwächeren Flüchtlingen. Danach wanderten sie entlang der Grenzanlagen bis zu dem Punkt, wo der Zaun endet. Dabei wurden sie nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wiederholt von der griechischen Polizei aufgehalten, doch gelang es vielen Flüchtlingen, trotzdem nach Mazedonien zu gelangen.

Leichen an Grenzfluss gefunden

Mindestens drei Menschen ertranken bei dem Versuch, nach Mazedonien zu kommen. Ihre Leichen waren bereits am Morgen im Grenzfluss Suva Reka entdeckt worden.

Mazedonien hatte seit zehn Tagen keine Flüchtlinge mehr aus Griechenland einreisen lassen, weil die Länder weiter nördlich die Durchreise und Aufnahme von Flüchtlingen beschränkt hatten, allen voran Österreich. Deshalb saßen auf griechischer Seite beim Übergang Idomeni bis zu 14.000 Menschen bei Regen, Matsch und Kälte in einem überfüllten Camp fest.

Camp nach Dauerregen völlig verschlammt

In dem improvisierten Lager ist die Lage dramatisch. Nach Dauerregen ist das Camp völlig verschlammt. Dutzende Menschen, darunter viele Kinder, sind krank. Die Behörden riefen die Migranten abermals auf, das Camp zu verlassen und in andere organisierte Lager in anderen Regionen Griechenlands zu gehen. Bislang sollen nach Schätzungen griechischer Medien mehr als Tausend Menschen Idomeni verlassen haben.

Die Flüchtlinge versuchten, die Grenze westlich von Idomeni (untere rechte Markierung) zu passieren. Hier liegt ein Fluss, der bei der Ortschaft Chamilo (untere linke Markierung) von Griechenland nach Mazedonien fließt. Die Leichen der drei Ertrunkenen wurden nahe der mazedonischen Stadt Gevgelija (obere Markierung) entdeckt. | Karte vergrößern

Darstellung: