In Bussen wurden die Menschen nach Athen gebracht. | Bildquelle: AFP

Griechisch-mazedonische Grenze Flüchtlinge aus Idomeni nach Athen gebracht

Stand: 09.12.2015 17:37 Uhr

Manche Flüchtlinge hatten Wochen in Idomeni an der mazedonischen Grenze ausgeharrt, nun wurden 1800 Menschen aus Pakistan, Iran und afrikanischen Ländern in Unterkünfte nach Athen gebracht. Sie können dort Asyl beantragen.

Von Wolfgang Landmesser, ARD-Hörfunkstudio Athen

Dutzende Busse haben den Grenzort Idomeni im Tagesverlauf verlassen. Darin saßen Flüchtlinge vor allem aus dem Iran, Pakistan und Marokko. Mehr als 2000 Menschen harrten am Morgen noch im Camp direkt vor der griechisch-mazedonischen Grenze aus. Einige hatten seit Wochen darauf gewartet, nach Mazedonien einreisen dürfen, um ihre Flucht auf der so genannten Balkanroute fortzusetzen.

Lage der Flüchtlinge an der Grenze von Griechenland und Mazedonien
tagesschau 20:00 Uhr, 09.12.2015, Bernd Niebrügge, ARD Rom, zzt. Athen

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Am Morgen sperrte die griechische Polizei das Gelände am Grenzübergang weiträumig ab Hilfsorganisationen und Journalisten mussten das Flüchtlingslager verlassen. Die Aktion verlief nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks ohne Gewalt und große Spannungen. Der UNHCR war mit Beobachtern beim Polizeieinsatz vertreten.

Polizei räumt das Lager in Idomeni. | Bildquelle: AP
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Die Polizei räumte am Vormittag das Lager.

Wenn das Lager vollständig geräumt ist, wird voraussichtlich auch wieder der Güterverkehr über die griechisch-mazedonische Grenze funktionieren. Hunderte Waggons warteten in den vergangenen Tagen auf mazedonischer Seite, weil die Strecke blockiert war. Viele Unternehmen mussten teils wochenlang auf bestellte Waren warten.

Olympiahalle dient als Unterkunft

Durch die winterliche Kälte waren die Bedingungen im Camp sehr schwierig geworden. In der Nacht sinken die Temperaturen auf den Gefrierpunkt. Dennoch wollten viele ausharren bis zum Schluss. Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan können die Grenze weiterhin überschreiten und kommen nach wie vor aus Athen in Idomeni an.

Die iranischen, pakistanischen und afrikanischen Flüchtlinge werden jetzt in Übergangsquartiere in Athen gebracht, so in die ehemalige Taekwondo-Halle der Olympischen Spiele von 2004. Für Flüchtlinge, die Asyl beantragen, gibt es spezielle Unterkünfte. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat allerdings Zweifel, dass die zur Verfügung stehenden Plätze reichen, um alle Menschen unterzubringen.

Überfahrt trotz rauer See

Die griechische Regierung hat den Flüchtlingen angeboten, Asyl in Griechenland zu beantragen. Die anderen könnten in ihre Herkunftsländer zurückkehren. In vielen Fällen ist das aber nicht ohne weiteres möglich. So hat sich Pakistan in der Vergangenheit geweigert, Flüchtlinge wieder aufzunehmen. In andern Ländern wie Somalia herrscht Krieg. Auch dahin können die Menschen nicht einfach zurückkehren.

Flüchtlinge an griechisch-mazedonischer Grenze | Bildquelle: AP
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Winterliche Kälte erschwerte den Flüchtlingen das Ausharren in Idomeni.

Auf den griechischen Inseln kommen täglich immer noch tausende Flüchtlinge neu an. Sie wagen die Überfahrt von der türkischen Küste trotz der immer raueren Bedingungen. Es wird kälter, und die See ist oft stürmisch. In dieser Woche sind mindestens 18 Menschen im Meer ertrunken, darunter elf Kinder.

Griechische Polizei räumt Flüchtlingslager Idomeni
W. Landmesser, ARD, zzt. Athen
09.12.2015 17:34 Uhr

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Korrespondent

Wolfgang Landmesser | Bildquelle: Herby Sachs Logo SWR

Wolfgang Landmesser, SWR

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