Rettungskräfte suchen nach Opfern nach einem Anschlag in Idlib. | Bildquelle: AFP

Kämpfe in Damaskus und Idlib Syrische Rebellen unter Druck

Stand: 08.01.2018 08:55 Uhr

In Syrien erhöht die Armee den Druck auf die Rebellen. In der Nacht durchbrach sie einen Belagerungsring um eine Militärbasis bei Damaskus. Auch im Norden des Landes ist die Opposition unter Beschuss. In Idlib starben bei einem Anschlag auf ein Rebellenquartier 23 Menschen.

Die syrische Armee hat einen Belagerungsring um eine Militärbasis östlich der Hauptstadt Damaskus durchbrochen. Bei den Kämpfen gegen die Aufständischen in Harasta seien die Einheiten von russischen Kampfflugzeugen unterstützt worden, berichteten ein staatlicher Fernsehsender und die in England ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien mindestens 200 eingeschlossene Soldaten befreit worden.

Bei den Rebellen handelt es sich vor allem um Mitglieder der islamistischen Gruppe Ahrar al-Scham. Sie hatten den Komplex seit November belagert und zuletzt große Geländegewinne vermeldet. Die syrische Armee nutzt die Kaserne vor allem für Angriffe auf ein Gebiet östlich von Damaskus, wo sie gegen Aufständische vorgeht.

Kämpfe auch im Norden

Zugleich erhöht sie den militärischen Druck auf die Provinz Idlib im Nordwesten des Landes an der Grenze zur Türkei. Unterstützt von russischen Luftangriffen und verbündeten Milizen rücken die Truppen von Präsident Baschar al-Assad immer weiter vor. Zuletzt nahmen sie den strategisch wichtigen Ort Sindschar ein.

Binnenflüchtlinge in Syrien | Bildquelle: AFP
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Bei eisigen Temperaturen fliehen Tausende Zivilisten vor den Kämpfen Richtung Türkei. 

Anschlag in Idlib

In der Nacht kam es in der von Rebellen beherrschten Hauptstadt der Provinz zu einer Explosion, bei der der Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mindestens 23 Menschen ums Leben kamen. Ziel sei das Hauptquartier einer kleineren Rebellengruppe gewesen. Demnach könnte es sich um eine Autobombe oder um einen Drohnenangriff gehandelt haben. Bei den meisten Toten handele es sich um Rebellen. Daneben seien auch sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat.

Die Provinz wird von verschiedenen Rebellengruppen kontrolliert, die sich teils auch gegenseitig bekämpfen. Russland und der Iran als Verbündete der Regierung sowie die Türkei als Unterstützer der Opposition hatten im September eine Deeskalationszone in der Region errichtet. Dennoch zählt das Gebiet - zusammen mit Ost-Ghouta - zu den letzten von Aufständischen gehaltenen Gebieten und den am härtesten umkämpften Landstrichen in Syrien.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Januar 2018 um 06:22 Uhr.

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