Rettungskräfte suchen nach Opfern nach einem Anschlag in Idlib. | Bildquelle: AFP

Rebellenhochburg in Syrien 23 Tote bei Bombenanschlag in Idlib

Stand: 07.01.2018 21:26 Uhr

Bei einem Bombenanschlag im nordsyrischen Idlib sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Die Stadt und die gleichnamige Provinz gehören zu den letzten Rebellenhochburgen. In der Region hatten Regierungstruppen zuletzt die strategisch wichtige Stadt Sindschar eingenommen.

Bei einem Bombenanschlag in der syrischen Rebellenhochburg Idlib sind Aktivisten zufolge mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, explodierte der in einem Auto versteckte Sprengsatz am Abend. Auf Fotos und Videos vom mutmaßlichen Anschlagsort waren beschädigte Häuser und zerstörte Autos zu sehen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters galt der Anschlag dem Hauptquartier einer oppositionellen Gruppierung. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat.

Die Stadt Idlib und die gleichnamige Provinz werden von verschiedenen Rebellengruppen kontrolliert, die sich teils auch gegenseitig bekämpfen. Die Region zählt zu den letzten von Aufständischen gehaltenen Gebieten. Mit Ost-Ghouta ist die Provinz Idlib die zur Zeit am härtesten umkämpfte Landstrich in Syrien.

Assad-Truppen erhöhen Druck auf Rebellen

Regierungstruppen kontrollieren inzwischen wieder mehr als 50 Prozent des Landes und erhöhen auf die verbliebenen Rebellengebiete weiter den Druck. In der Provinz Idlib nahmen sie zuletzt den strategisch wichtigen Ort Sindschar ein, wie die regierungstreuen Nationalen Verteidigungskräfte meldeten. Damit ist der Weg zu einem nahe gelegenen Flughafen frei. Sindschar liegt zudem an einer wichtigen Verbindungsstraße.

Das UN-Nothilfebüro Ocha erklärte über Twitter, in der von Rebellen beherrschten Stadt Marat al-Numan sei zum dritten Mal in weniger als einer Woche die Geburts- und Kinderklinik beschädigt worden und deshalb außer Betrieb. Syrische und russische Jets hatten in dieser Woche zahlreiche Angriffe in der umkämpften Region geflogen.

Syrienkonferenz Ende Januar in Sotschi

Das vom syrischen Al-Kaida-Ableger kontrollierte Bündnis Tahrir al-Scham ist in Idlib die dominierende Kraft. Russland und der Iran als Verbündete der Regierung sowie die Türkei als Unterstützer der Opposition hatten im September eine so genannte Deeskalationszone in der Provinz errichtet. Für Ende Januar haben die drei Mächte zu einer Syrienkonferenz im russischen Badeort Sotschi eingeladen. Dort soll über eine Nachkriegsordnung für Syrien verhandelt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Januar 2018 in den Nachrichten.

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