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28.05.2012

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Ausland
IAEA ist "ernsthaft besorgt" über Irans Atomprogramm
UN-Organisation legt neuen Bericht vor

IAEA ist "ernsthaft besorgt" über Irans Atomprogramm

Der Iran treibt nach Einschätzung der Internationalen Atomenergieagentur IAEA sein Atomprogramm weiter voran. Die Organisation schreibt in einem neuen Bericht, dass insbesondere die Urananreicherung deutlich ausgeweitet wurde. So habe das Land seine Kapazitäten zur höherprozentigen Anreicherung verdreifacht.

Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: IAEA-Chef Amano äußert sich in dem Bericht "besorgt" zu einer möglichen militärischen Stoßrichtung des Atomprogramms. ]
Vor allem in einer Anlage nahe der Stadt Natans und in der unterirdischen Anlage Fordo sollen Wissenschaftler die Arbeiten entscheidend vorangetrieben haben. In Natans, dort wird Uran bis auf fünf Prozent angereichert, sollen dem Bericht zufolge mehr als 8800 Zentrifugen in 52 Kaskaden in Betrieb sein. Zudem sei die Anzahl der Zentrifugen in einigen Kaskaden erhöht worden. Im November des vergangenen Jahres hatte die IAEA noch etwa 6300 Zentrifugen gezählt.

In Fordo würden etwa 700 Zentrifugen Uran auf 20 Prozent anreichern, heißt es in dem Bericht weiter. Iranische Experten würden Vorbereitungen treffen, um dort weitere Zentrifugen in Betrieb zu nehmen. Die Entwicklungen in der Anlage Fordo werden in Staaten wie Israel und den USA mit besonderer Sorge beobachtet, weil der Iran Schätzungen zufolge dort Stollen und Hallen bis zu rund 80 Meter unter der Oberfläche baut. Damit wäre die Anlage deutlich besser vor möglichen Luft- und Raketenangriffen geschützt, als andere Einrichtungen.

Zugang zu Parchin verweigert

Der IAEA-Bericht dokumentiert auch die erfolglosen Reisen von IAEA-Experten im Januar und im Februar. Bei beiden Besuchen sei den Inspekteuren der Zugang zu der Militärzone Parchin verweigert worden, wo möglicherweise Tests mit atomaren Sprengköpfen simuliert werden. Außerdem treibe der Iran die Produktion Schweren Wasser voran, obwohl dies gegen Vorgaben der IAEA verstoße.

IAEA-Chef Yukiya Amano schreibt deshalb zusammenfassend von der "ernsthaften Sorge" seiner Organisation, dass das iranische Nuklearprogramm eine mögliche militärische Dimension habe. Er ruft den Iran in dem Bericht erneut auf, der IAEA Zugang zur Anlage in Parchin zu gewähren und fordert die volle Kooperation mit der Agentur.

Laut Amano wies der Iran die Sorge der IAEA in Bezug auf eine mögliche militärische Dimension seines Nuklearprogramms in einer Erklärung mit dem Hinweis zurück, die Sorge beruhe auf unbegründeten Anschuldigungen. Bereits im November 2011 hatte die IAEA berichtet, dass der Iran in den Jahren zuvor an der Entwicklung von Atomsprengköpfen gearbeitet hatte.

Angereichertes Uran kann zivilen Zwecken dienen, ist aber auch für den Bau einer Atombombe notwendig. Der Iran will das Material nach eigenen Angaben für die Forschung verwenden - was ihm viele Länder im Westen nicht abnehmen.

Stand: 24.02.2012 20:49 Uhr
 

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