Atomkraftwerk Bushehr im Iran | Bildquelle: picture alliance / abaca

Bericht der Atomenergiebehörde Iran wollte laut IAEA Atomwaffen entwickeln

Stand: 02.12.2015 19:17 Uhr

Die iranische Haltung ist klar: Man habe nie Atomwaffen entwickelt. Das sehen viele andere Staaten natürlich anders. Jetzt hat die IAEA eine brisante Untersuchung präsentiert. Momentan arbeitet der Iran demnach nicht mehr daran - früher aber sehr wohl.

Der Iran hat nach Überzeugung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bis vor einigen Jahren an einem geheimen Atomwaffen-Forschungsprogramm gearbeitet. Das geht aus einem Untersuchungsbericht der IAEA hervor.

Die Behörde betont, dass diese Bemühungen vor allem bis 2003 stattfanden. Seit 2009 gebe es keine Anzeichen mehr für entsprechende Aktivitäten. Die Forschung Teherans sei nicht über Machbarkeits- und Wissenschaftsstudien sowie den Erwerb von technischem Know-how hinausgegangen. Der Iran habe kein Nuklearmaterial für militärische Zwecke beiseite geschafft.

Die Ergebnisse basieren auf Geheimdienstinformationen der USA, Israels und anderer Gegner Teherans sowie auf eigenen Untersuchungen und Interviews der IAEA. Der Verdacht einer sogenannten möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms hatte seit mehr als zehn Jahren die Beziehungen der internationalen Gemeinschaft mit Teheran überschattet.

Der Iran wies den Bericht zurück. Die Atomforschungen hätten immer nur friedliche Ziele verfolgt, sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Atomwaffen seien nie Teil der Verteidigungsdoktrin oder Ziel der Forschungen gewesen.

Seit Juli bessere Beziehungen

Seit dem Atom-Deal mit dem Iran vom 14. Juli haben sich die Beziehungen zwischen der internationalen Gemeinschaft und der Regierung in Teheran entspannt. Im Sommer hatte der Iran nach langjährigen Verhandlungen mit der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) in einem umfassenden Vertrag der drastischen Begrenzung seines Atomprogramms zugestimmt, das sich auf die friedliche Nutzung der Kernenergie beschränken soll. Das ist die Voraussetzung für die von Teheran erhoffte Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

Als nächsten Schritt will die 5+1-Gruppe einen Resolutionsentwurf formulieren. Ein für Mitte Dezember erwartetes außerordentliches Treffen des IAEA-Gouverneursrats in Wien wird über diese Resolution abstimmen. Die weitere Umsetzung des Atom-Deals ist aber nicht abhängig vom Ausgang dieser Abstimmung.

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