Seitenueberschrift
Hurrikan erreicht bald US-Küste
New Orleans verbarrikadiert sich gegen "Isaac"
Kurz vor der US-Golfküste hat sich der Tropensturm "Isaac" zu einem Hurrikan ausgewachsen und bedroht fast auf den Tag genau sieben Jahre nach "Katrina" die Stadt New Orleans. Der Wirbelsturm bewegt sich zwar nur relativ langsam auf die Küste zu, sammelt deshalb aber auch besonders viel Kraft über dem Golf von Mexiko.
Die Windgeschwindigkeiten lägen bei 120 Kilometern in der Stunde, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum mit. Es drohten heftiger Regen und hohe Flutwellen. In manchen Gebieten könnten sie fast vier Meter erreichen, warnte Chefmeteorologe Rick Knabb.
"Isaac" wird bald die Golfküste treffen - vermutlich direkt über der Mündung des Mississippi. Erstmals wurde in New Orleans die massive Schleuse am Lake Borgne östlich der Stadt geschlossen. Während viele Bewohner den Aufruf zur Evakuierung befolgten, nagelten andere im French Quarter Bretter vor die Fensterscheiben und deckten sich mit Lebensmitteln ein. Die Behörden warnten bereits, dass die neuen, milliarden-teuren Schutzanlagen in einigen Gebieten noch nicht fertiggestellt seien.
Hurrikan "Isaac" hat erneut New Orleans im Fokus
M. Ganslmeier, NDR Washington
28.08.2012 20:25 Uhr
Eindringliche Warnung aus dem Weißen Haus
Präsident Barack Obama stellte die Küstenbewohner auf schwere Überschwemmungen ein. "Wir haben es mit einem großen Sturm zu tun", sagte er in einer Fernsehansprache. Der Präsident drängte die Menschen in den bedrohten Gebieten dazu, den Aufforderungen zu Evakuierungen nachzukommen. "Jetzt ist es nicht an der Zeit, das Schicksal herauszufordern", sagte er. Er warnte eindringlich davor, den Sturm zu unterschätzen, auch wenn die Vorkehrungen besser seien als 2005.
Dem US-Bundesamt für Katastrophenschutz Fema zufolge könnten die größten Schäden in Mississippi und Alabama entstehen. Einziger Trost für die Küstenbewohner: "Isaac" dürfte bei weitem nicht "Katrinas" Wucht erreichen. Der Hurrikan der Kategorie 5 hatte vor sieben Jahren New Orleans großflächig verwüstet. Nach Dammbrüchen wurden 80 Prozent der Stadt überflutet, 1800 Menschen starben.
Obama unterzeichnet Notstandserklärung
Obama hatte bereits vor seiner Rede den Ausnahmezustand über den Bundesstaat Louisiana, in dem New Orleans liegt, verhängt. Damit können Bundeshilfen schon jetzt in den Staat fließen.
Tampa in Florida, wo mit einem Tag Verzögerung heute der Parteitag der Republikaner beginnt, befindet sich nicht mehr in der Bahn von "Isaac".
Stand: 28.08.2012 20:10 Uhr
