Unicef: Hunderttausende Kinder in Afrika vom Tod bedroht

Unicef schlägt Alarm

Hunderttausende Kinder in Afrika vom Tod bedroht

Die Hungersnot in Ostafrika ist offenbar weiter dramatisch. In Kenia, Somalia, Äthiopien und Dschibuti sind nach Unicef-Angaben immer noch schätzungsweise 320.000 Kinder so stark ausgezehrt, dass sie die kommenden Monate ohne internationale Hilfe nicht überstehen können.

Die Katastrophe sei nicht vorbei, sagte der Leiter der Unicef-Nothilfe in Ostafrika, Elhadj As Sy, in Berlin. Das UN-Kinderhilfswerk warb für seine Weihnachtsaktion unter dem Motto "Zeit zu teilen" und um Spenden.

Schlimmste Lage seit 20 Jahren

Nothilfe-Leiter As Sy erklärte, die Situation in Somalia sei seit 1991/1992 nicht mehr so dramatisch gewesen wie jetzt. Die Aussichten für die kommende Ernte seien nicht gut. Anfang der 1990er-Jahre waren bei einer Hungerkatastrophe hunderttausende Menschen gestorben.

Im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab leben 460.000 Menschen - das Lager sei zur drittgrößten Stadt des Landes geworden, berichtete As Sy. Ein Auslöser der Katastrophe war der fehlende Regen. Im von Krieg und Gewalt zerrütteten Somalia wird die Hilfe zudem durch die unruhige politische Lage erschwert.

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Flüchtlingslager Dadaab in Kenia

Flüchtlingslager Dadaab

Das kenianische Flüchtlingslager Dadaab aus der Luft fotografiert. Hier leben fast eine halbe Million Menschen. Damit ist es das größte Flüchtlingslager der Welt. (Foto: AFP)

"Die Hilfe kommt an"

In Deutschland sammelte Unicef bislang 16,1 Millionen Euro Spenden, was die Organisation als "sehr großzügig" wertet. "Bitte lassen Sie nicht nach in Ihrer Hilfsbereitschaft", sagte As Sy. Mehr als 100.000 akut bedrohte Jungen und Mädchen wurden laut Unicef bereits wieder aufgepäppelt. Die Hilfe komme an, versicherte die Organisation.

Bis Ende des Jahres würden für die Nothilfe zusätzlich rund 30 Millionen Euro gebraucht, darunter zur Behandlung von lebensgefährlichem Durchfall und Cholera, für Hygieneartikel, Ernährungsprogramme und Essensgutscheine.

Stand: 30.05.2013 15:05 Uhr

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