Drei Menschen laufen im Südsudan über verbranntes Weideland.  | Bildquelle: dpa

Hunger in Afrika "Erst sterben Tiere, dann die Menschen"

Stand: 12.04.2017 15:34 Uhr

Mit einem dramatischen Appell haben sich Außenminister Gabriel und Entwicklungsminister Müller an die Weltgemeinschaft gewandt. Es sei Soforthilfe nötig, um das "nackte Überleben" der Hungernden in Afrika zu sichern. Kritik gab es an Russland, Saudi-Arabien und China.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat gemeinsam mit Entwicklungsminister Gerd Müller einen Appell an die Weltgemeinschaft gerichtet und mehr humanitäre Hilfe für die Hungernden in Afrika gefordert. "Es ist Soforthilfe notwendig, um das nackte Überleben der Menschen zu sichern", sagte Gabriel anlässlich der Aktion "Berliner humanitärer Appell - Gemeinsam gegen Hungersnot". Die Veranstaltung fand zur Eröffnung einer internationalen Konferenz gegen den Hunger in Afrika und im Jemen statt. Der Appell richte sich an die internationale Gemeinschaft, aber auch an Privatpersonen, so die Politiker.

Betroffen von der dramatischen Situation seien Millionen Menschen. "Die Not ist ungeheuer groß", sagte Gabriel. Zugleich bekräftigte er, mehr für die betroffenen Menschen zu tun. Bei der Konferenz gehe es darum, über eine konkrete Größenordnung der Hilfen zu sprechen sowie darüber, wie die betroffenen Länder langfristig stabilisiert werden könnten.

Hunger in Ostafrika
Weltspiegel extra, 11.04.2017, Volker Schwenck, ARD Kairo

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"Nicht tatenlos zuschauen"

Auch Entwicklungsminister Müller unterstützte den Aufruf nach mehr Hilfe. "Ich habe verdurstete Kamele in Äthiopien gesehen - erst sterben die Tiere, dann die Menschen." Der "Berliner Appell" sei ein "Aufruf an die Weltgemeinschaft, nicht tatenlos zuzuschauen." Müller kritisierte besonders die "Großmächte Russland, Saudi-Arabien und China", deren Anteil an den Hilfen "bei null" liege. Acht Geber in der Welt finanzierten derzeit 90 Prozent der nötigen Hilfen. Müller verwies darauf, dass Deutschland derzeit mit 400 Millionen Euro an Hilfen engagiert sei, die zusätzlich zu den regulären Hilfen geleistet würden.

Außenminister Gabriel und Entwicklungsminister Müller | Bildquelle: ZB
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Deutschland habe bereits 400 Millionen an zusätzlichen Hilfen geleistet, betonten Gabriel und Müller

Gabriel betonte, Europa und Deutschland engagierten sich nicht aus Sorge vor einem neuen Flüchtlingszustrom für Afrika. "Wir tun das, weil die Not der Menschen ungeheuer groß ist", sagte der Außenminister. "Und weil wir glauben, dass es auch eine Frage der Ehre ist."

5,3 Milliarden Euro nötig

Schätzungsweise 20 Millionen Menschen in den betroffenen Ländern Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen sind vom Hunger bedroht. Die UN warnten zuletzt vor einem "Massensterben". Um eine Katastrophe zu verhindern, sind demnach rund 5,3 Milliarden Euro notwendig - 4,1 Milliarden bereits bis Mitte des Jahres.

Über dieses Thema berichtete der Weltspiegel extra am 11. April 2017 um 22:45 Uhr und Deutschlandfunk am 12. April 2017 um 15:00 Uhr.

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