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28.05.2012

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Ausland
China Hu Jia
China: Dissident Hu Jia wieder frei
Chinesischer Dissident nach Hause zurückgekehrt

Hu Jia nach dreieinhalb Jahren Haft wieder frei

Der bekannte chinesische Bürgerrechtler Hu Jia ist seiner Ehefrau zufolge nach jahrelanger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. "Er ist zu seinen Eltern und mir zurückgekehrt", sagte seine Zeng Jingyan telefonisch der Nachrichtenagentur Reuters. Via Internet-Kurznachrichtendienst Twitter teilte sie mit: "Schlaflose Nächte, Hu Jia ist seit halb drei zu Hause, sicher und glücklich." Ihr Mann müsse sich nun für einige Zeit ausruhen. Der 37-Jährige leidet an Hepatitis B und einer Leberzirrhose. Zeng hatte wiederholt in ihrem Blog erklärt, dass er im Gefängnis eine unzulängliche Behandlung erhalte.

Haft wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt"

Hu war 2008 wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in seinem Blog sowie in E-Mails und Interviews Informationen über das Schicksal von Bürgerrechtlern gesammelt und die Korruption und das Versagen der kommunistischen Parteikader kritisiert. Auch hatte er eine offizielle Untersuchung der Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 gefordert. Außerdem setzte er sich für HIV-Infizierte und für den Umweltschutz ein.

Hu Jia  und seine Frau Zeng Jinyan (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Hu Jia und seine Frau Zeng Jinyan im Jahr 2007. Auch sie engagiert sich für Bürgerrechte und stand lange unter Hausarrest. ]

Die Festnahme des Dissidenten war international auf heftige Kritik gestoßen. Menschenrechtler sahen die Verurteilung als Teil einer "Säuberungsaktion" vor den Olympischen Spielen. 2008 verlieh das Europäische Parlament Hu den Sacharow-Preis für geistige Freiheit. Der damalige Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering sagte: "Mit der Verleihung des Sacharow-Preises an Hu Jia anerkennt das Europäische Parlament mit Nachdruck und Entschlossenheit den täglichen Kampf für Freiheit aller Verteidiger der Menschenrechte in China."

Wen Jiabao auf Deutschland-Besuch

Hus Freilassung erfolgte nur vier Tage, nachdem der Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei aus der Haft entlassen wurde. Ai darf Peking nicht verlassen und keine Auskunft über seinen Fall geben. Vermutlich gelten ähnlich strenge Auflagen nun auch für Hu. Seine Frau ist telefonisch nicht erreichbar, und der Zugang zu ihrem Wohnhaus in Peking ist abgesperrt.

Am Montag kommt Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao mit mehreren Ministern für zwei Tage nach Deutschland. Außenminister Guido Westerwelle kündigte an, auch Ais Fall zur Sprache zu bringen: "Tatsache bleibt, dass seine Freiheit weiter beklemmenden Einschränkungen unterliegt", sagte Westerwelle der "Welt am Sonntag". Er hoffe, dass Ai schon bald wieder seine Professur an der Universität der Künste in Berlin annehmen könne.

Stand: 26.06.2011 01:21 Uhr
 

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