Der House-of-Cards-Hauptdarsteller Kevin Spacey. | Bildquelle: REUTERS

Vorwürfe gegen Spacey "House of Cards"-Dreh ausgesetzt

Stand: 01.11.2017 05:37 Uhr

Nach den Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegen House-of-Cards-Hauptdarsteller Kevin Spacey hat Netflix erst einmal die Reißleine gezogen und die Dreharbeiten ausgesetzt. Man wolle sich zunächst mit allen Sorgen der Filmcrew befassen, so die Begründung.

Der Streamingdienst Netflix hat die Produktion der letzten Staffel seines Politthrillers "House of Cards" ausgesetzt. Durch den vorläufigen Produktionsstopp solle die Zeit geschaffen werden, "die Lage zu untersuchen und auf jegliche Besorgnisse der Crew" der Serie einzugehen, begründete Netflix den Beschluss. Die sechste Staffel der Serie, in der Spacey die Hauptrolle eines machthungrigen und skrupellosen Politikers spielt, sollte nach den bisherigen Planungen im nächsten Jahr gezeigt werden.

Hauptdarsteller Kevin Spacey hatte am Sonntag um Entschuldigung für eine mutmaßliche sexuelle Annäherung an einen Jugendlichen in den 1980er-Jahren gebeten. Nach eigener Aussage kann er sich an den mutmaßlichen Übergriff nicht erinnern. Außerdem bekannte er sich zu seiner Homosexualität. Tags darauf verkündeten Netflix und Media Rights Capital das Ende der vielfach ausgezeichneten Erfolgsserie nach der sechsten Staffel. Die Entscheidung sei bereits vor einigen Monaten gefallen, hieß es.

Die Serie ''House of Cards'' bei Netflix | Bildquelle: dpa
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Durch den vorläufigen Produktionsstopp solle die Zeit geschaffen werden,

Außerdem äußerten sich die Unternehmen besorgt wegen der Anschuldigungen gegen Spacey. Mitarbeiter sprachen am Drehort mit Schauspielern und Filmcrew. Spacey hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Drehtermin.

Weiteres angebliches Opfer belastet Spacey

Zudem äußert sich das Londoner Old Vic Theater, an dem Spacey von 2004 bis 2015 als künstlerischer Leiter arbeitete. Man verspüre tiefe Abscheu wegen der Vorwürfe, hieß es. Wer Klagen vorzubringen habe, könne dies anonym tun. "Unangemessenes Verhalten eines jeden, der für das Old Vic arbeitet, ist völlig inakzeptabel", erklärte das Theater, an dem Spacey unter anderem als William Shakespeares Richard III. aufgetreten war.

Ein mexikanischer Schauspieler erklärte auf Facebook, Spacey habe ihn gegen seinen Willen begrapscht. "Die von uns, die am Old Vic Theater in London um ihn herum waren, wissen, dass in den kommenden Tagen und Wochen noch weitere Leute ihre Geschichten berichten werden", schrieb der Schauspieler, der 2008 und 2010 Engagements an dem Londoner Theater hatte. Es sei normal für Spacey gewesen, anzufassen, wen er wollte. So sei es auch ihm passiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2017 um 21:00 Uhr.

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