Der Hotspot auf der Insel Lesbos bei Moria | Bildquelle: dpa

Registrierzentren für Flüchtlinge in Griechenland Vier von fünf "Hotspots" einsatzbereit

Stand: 16.02.2016 12:38 Uhr

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel arbeitet Griechenland mit Hochdruck am Bau von zugesagten Registrierzentren für Migranten auf den Inseln. Vier von fünf "Hotspots" seien jetzt fertig, hieß es aus Athen - eigentlich sollten die Zentren bereits Ende 2015 einsatzbereit sein.

Vier der fünf auf den griechischen Inseln geplanten sogenannten "Hotspots" sind einsatzbereit. Die Registrierzentren seien "bereit, Flüchtlinge zu empfangen", sagte der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos in Athen. Es handelt sich demnach um die Zentren auf den Inseln Lesbos, Chios, Leros und Samos. Ein fünftes Zentrum, das auf Kos geplant ist, werde "in fünf Tagen" bereit sein.

Auf Kos gab es bislang Proteste gegen das Vorhaben. Am Sonntag war die Polizei dort mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen, die unter anderem negative Folgen für die Tourismusindustrie fürchten.

Neben den Registrierzentren sei auch das erste von zwei Umverteilungszentren (Relocation Centers) auf dem Festland betriebsbereit. Die Einrichtung in Schisto in der Nähe von Athen ist für die Aufnahme von 4000 Menschen ausgelegt. Ein weiteres Zentrum bei Thessaloniki im Norden des Landes soll bis Ende des Monats fertiggestellt werden.

"Hotspots" sollten schon 2015 fertig sein

Griechenland steht unter dem Druck mehrerer EU-Staaten, seine Grenzen stärker zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 850.000 Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut über Griechenland nach Europa. Das Land war wiederholt in die Kritik geraten, weil es beim Aufbau der Registrierungszentren nur schleppend vorankommt. Eigentlich hätten die Zentren schon Ende 2015 fertig sein sollen.

Die "Hotspots" dienen dazu, die Schutzsuchenden zu registrieren, Fingerabdrücke zu nehmen und über ihre Chance auf Asyl in Europa zu befinden.

Tusk: Ausschluss aus Schengenraum löst das Problem nicht

Derweil hat sich EU-Ratspräsident Donald Tusk bei einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras deutlich gegen Forderungen nach einen Ausschluss des Landes aus dem Schengenraum ausgesprochen. "Ein Ausschluss Griechenlands löst keines der Probleme der Flüchtlingskrise: Er beendet den Krieg in Syrien nicht und er ändert auch nichts an der Tatsache, dass Europa das Ziel der Flüchtlinge ist", sagte er bei einer Pressekonferenz im Anschluss des Treffens.

Am Donnerstag kommen die europäischen Staats- und Regierungschefs zu einem Gipfeltreffen in Brüssel zusammen. Erneut steht die Flüchtlingskrise ganz oben auf der Agenda.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. Februar 2016 um 22:15 Uhr.

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