Feierstunde in Hongkong mit Chinas Präsident Xi | Bildquelle: dpa

Rückgabe Hongkongs an China Viel "ein Land" - wenig "zwei Systeme"

Stand: 01.07.2017 03:15 Uhr

Heute jährt sich die Rückgabe Hongkongs an die Volksrepublik China zum 20. Mal. Auch wenn offiziell die Devise "ein Land, zwei Systeme" gilt, nimmt der Einfluss von Peking zu. Zum Feiern ist vielen Hongkongern nicht zu Mute.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Das pathetische Grußwort kommt gleich am Flughafen. Seit neun Jahren ist es das erste Mal, dass Xi Jinping einen Fuß nach Hongkong setzt. Als Chinas Staats- und Parteichef war er noch nie hier. Für die Feiern zum 20. Rückgabe-Jubiläum Hongkongs an die Volksrepublik China kommt er aber höchstpersönlich.

"Als erstes sende ich meine Glückwünsche - für alles, was die Sonderverwaltungszone Hongkong in den letzten 20 Jahren erreicht hat. In dieser Zeit war die Zentralregierung in Peking immer ein großer Rückhalt. Und das bleibt so", kündigte Xi an. "Die Zentralregierung wird Hongkongs Entwicklung weiter unterstützen und dabei helfen, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern."

Hochhäuser in Hongkong bei Nacht | Bildquelle: dpa
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Feierstunde in Hongkong mit Chinas Präsident Xi

Hongkongern ist nicht zum Feiern zumute

Keine Zeitung in den chinesischen Staatsmedien , die die Bilder von der Ankunft des Präsidenten am Hongkonger Flughafen nicht auf dem Titel hätte. Die Bilder zeigen Chinas Präsidenten in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong - umringt von applaudierenden Menschen und chinesischen Fahnen. Dass vielen Hongkongern überhaupt nicht zum Feiern zumute ist, wird einfach ignoriert.

Die pro-demokratischen Aktivisten der Regenschirmbewegung von 2014 seien aus Pekinger Sicht nur eine Minderheit, sagt der regierungsnahe Politikwissenschaftler Jin Canrong von der Renmin Universität in Peking. "Der Anteil dieser Leute ist sehr klein. Ich glaube auch nicht, dass es mit der Zeit mehr werden. Die meisten Hongkonger sind nicht so ideologisch", sagt er im Interview. "Diese Leute sind in der Regel sehr jung und glauben fest daran, was der Westen sagt. Aber sie werden zu keinem großen Störfaktor für die Regierung in Peking. Das Hongkong-Problem ist kein großes Problem." So sehen es die pro-chinesischen Nationalisten auf dem Festland.

Proteste in Hongkong
tagesthemen 21:45 Uhr, 30.06.2017, Mario Schmidt, ARD Peking

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"Die Politisierung ist schlimmer geworden"

Seit der Rückgabe 1997 an China unterliegt die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong chinesischer Souveränität, wird aber als eigenständiges Territorium autonom verwaltet. Der Einfluss der Zentralregierung werde größer, klagen viele Hongkonger. Deshalb richtet Zhang Xiaoming warnende Worte an die Hongkonger. Er ist bei der Zentralregierung in Peking für die Sonderverwaltungszone zuständig. "Wenn es etwas zu mäkeln gibt, dann, dass Hongkong sich nicht schneller und besser entwickelt hat. Wir haben aus vielerlei Gründen noch nicht das ideale Gebilde. Die Politisierung ist schlimmer geworden. Innerhalb der politischen Verwaltung, aber auch auf der Straße. Alle Bereiche der Gesellschaft in Hongkong sollten darüber nachdenken."

Unliebsame Entwicklungen in Hongkong sind aus Sicht der Zentralregierung eine Frage der nationalen Integrität. Peking betont vor allen Dingen "ein Land", weniger "zwei Systeme". Die Hongkonger pro-demokratische Abgeordnete Claudia Mo kritisiert das ganze Gebilde als falsch. "Die chinesische Führung muss wissen, dass das Versprechen 'ein Land, zwei Systeme' ein Betrug und eine Schande ist. Die ununterbrochene Einmischung Pekings in die Entwicklung Hongkongs, besonders in die politische Entwicklung, macht uns immer wieder klar, dass wir keine wirkliche Demokratie haben."

Xi wird in Hongkong abgeschirmt

Die Hongkonger Demonstranten, Protestler und Aktivisten sind zahlreich. Aber wenn sich Chinas Staats- und Parteichef Xi jetzt in Hongkong bewegt, wird er streng abgeschirmt von jeglichem Protest. Zu Konflikten kam es bereits. Gruppen der Demokratiebewegung teilten mit, dass bereits viele ihrer Mitglieder wegen öffentlicher Ruhestörung festgenommen worden sind, darunter auch die jungen Anführer Joshua Wong und Nathan Law.

Party und Protest: Vor 20 Jahren wurde Hongkong chinesisch
S. Wurzel, ARD Shanghai zzt. Hongkong
01.07.2017 06:56 Uhr

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