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10.02.2010

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Banner (Foto: AP)
Zelaya harrt an der Grenze zu Honduras aus
Machtkampf in Honduras

Zelaya gibt nicht auf

Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya gibt nicht auf. Nachdem er zum zweiten Mal versucht hat, in sein Heimatland zurückzukehren, harrt er nun auf der nicaraguanischen Seite im Grenzort Los Manos aus. Er kündigte an, ein Zeltlager zu errichten und auf eine Möglichkeit zur Rückkehr zu warten. Seine Anhänger forderte er zum Widerstand auf.

Am Freitag war Zelaya in einer symbolischen Geste vorübergehend in sein Heimatland zurückgekehrt. Er überschritt zu Fuß die Grenze und betonte vor Anhängern und Reportern, er werde sein Amt zurückfordern. Dann ging er wenige Schritte auf die Grenzbeamten zu und sprach mit Militärvertretern. Zelaya sagte den mitgereisten Journalisten, er wolle mit dem Generalstab und den "Putschisten" sprechen. "Ich kann nicht gegen die starke Opposition der Machtgruppen regieren", sagte er. "Und sie können nicht gegen das Volk regieren." Nach weniger als einer Stunde kehrte er nach Nicaragua zurück, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen.

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Internationale Kritik an Zelaya

US-Außenministerin Hillary Clinton kritisierte Zelayas Versuch, die Grenze zu überqueren, als "unbesonnen". Sie forderte alle Seiten auf, Provokationen zu unterlassen und nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zu suchen.

Auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) José Miguel Insulza, forderte Zelaya erneut auf, keine Konfrontation zu suchen, sondern an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zelaya hatte den Vermittlungsversuch des costaricanischen Präsidenten Óscar Arias für gescheitert erklärt und war am Donnerstag mit einer Wagenkolonne in Managua gestartet, um nach Honduras zurückzukehren. Zuvor hatte er zu einem Volksaufstand aufgerufen, und versucht, seine Anhänger zur Grenze zu dirigieren.

Zelaya-Anhänger sollen der Grenze fernbleiben

Manuel Zelaya an der Grenze zu Honduras (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Umringt von Anhängern und Reportern geht der gestürzte Präsident Zelaya auf die Grenze zu seinem Land zu. ]
Auf honduranischer Seite standen unweit der Grenze Soldaten und Polizisten in Kampfausrüstung. Am Himmel kreiste ein Hubschrauber. Zuvor hatten die Sicherheitskräfte Tränengas auf Dutzende Zelaya-Anhänger gefeuert, um sie daran zu hindern, sich der Grenze zu nähern. Die Auseinandersetzungen forderten offenbar ein erstes Todesopfer: Im Grenzgebiet wurde die Leiche eines Mannes entdeckt. Es soll sich um einen Anhänger Zelayas handeln.

Währenddessen demonstrierten in der zweitgrößten Stadt von Honduras, San Pedro Sula, Tausende Zelaya-Gegner, um die Interims- Regierung zu unterstützen.

Der gestürzte Präsident hatte schon am 5. Juli versucht, nach Honduras zurückzukehren. Die Streitkräfte verhinderten dies jedoch, indem sie vor der Landung seines Flugzeugs in Tegucigalpa die Landebahn blockierten. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern Zelayas, bei denen mindestens ein Demonstrant ums Leben kam.

Zelaya war im Streit über eine in der Verfassung nicht vorgesehene zweite Amtszeit vom Militär abgesetzt und außer Landes gebracht worden. Der erste Militärputsch in Mittelamerika seit dem Ende des Kalten Krieges war international verurteilt worden.

Stand: 26.07.2009 07:50 Uhr
 

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