Tausende nahmen an dem Begräbnis der Umweltaktivistin Berta Cáceres im honduranischen La Esperanza teil.  | Bildquelle: REUTERS

Berta Cáceres in Honduras beigesetzt Trauer um erschossene Umweltaktivistin

Stand: 06.03.2016 12:20 Uhr

Sie hatte sich dem Schutz der Umwelt verschrieben und erlangte mit diesem Kampf internationale Bekanntheit: Am Donnerstag war die honduranische Aktivistin Cáceres erschossen worden. Tausende nahmen bei der Beerdigung Abschied. Cáceres hatte jahrelang Drohungen erhalten.

In Honduras ist die erschossene Umweltaktivistin Berta Cáceres beigesetzt worden. Tausende Menschen waren am Samstag aus verschiedenen Landesteilen in die Stadt La Esperanza gereist, um dem Begräbnis beizuwohnen. Die prominente Umweltschützerin war am Donnerstag in ihrem Haus von unbekannten Tätern getötet worden. Ihr Tod hatte international Bestürzung ausgelöst - die UN, die USA und auch Stars wie Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio verurteilten die Tat. Auch Nicaraguas Präsident Daniel Ortega sprach von einem "schrecklichen Verbrechen".

Bereits am Freitag hatten zahlreiche Menschen der getöteten Umweltschützerin gedacht. | Bildquelle: REUTERS
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Bereits am Freitag hatten zahlreiche Menschen der Umweltschützerin gedacht.

Bereits einen Tag vor der Beerdigung der im Alter von 42 Jahren verstorbenen Umweltschützerin hatten ihr ebenfalls Tausende Menschen bei einer Gedenkfeier in La Esperanza - Cáceres Geburtsort - gedacht. Aber neben der Trauer waren auch Töne der Wut zu hören - dem Menge forderte "Gerechtigkeit, Gerechtigkeit" und skandierte: "Berta lebt, der Kampf geht weiter."

Kampf gegen Staudämme und Bergwerke

Cáceres stammte aus Honduras und gehörte dem indigenen Volk der Lenca an. Immer wieder setzte sie sich gegen Bauprojekte im Siedlungsgebiet des Volkes ein, etwa gegen Staudämme oder die Errichtung von Bergwerken. Zuletzt hatte sie sich gegen den Bau des Staudamms Agua Zarca in der Region Rio Blanco engagiert. Für ihren Kampf erhielt Cáceres breite Anerkennung: Im vergangenen Jahr war sie mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden.

Die Umweltaktivistin Berta Cáceres | Bildquelle: AP
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Die Umweltaktivistin Berta Cáceres wurde im Alter von 42 Jahren ermordet.

Aber Cáceres stieß auch immer wieder auf Widerstand - aus der Wirtschaft und aus der Politik. Immer wieder erhielt sie Drohungen, "Tausende", sagte ihr Bruder Gustavo. Ein Grund, warum die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte, der Mord hätte eventuell verhindert werden können. Es habe sich um eine "angekündigte Tragödie" gehandelt, sagte die Regionaldirektorin Erika Guevara Rosas: "Über Jahre hinweg war Berta das Opfer einer Einschüchterungskampagne, um sie daran zu hindern, die Rechte der indigenen Gemeinschaften zu verteidigen."

Tochter beschuldigt Bauunternehmen

Am Donnerstag waren mehrere Täter in das Haus der Aktivistin eingedrungen, berichtete die Zeitung "La Prensa" unter Berufung auf die Polizei. Cáceres Bruder Gustavo sprach von zwei vermummten Angreifern. Die 42-Jährige habe sich den Eindringlingen entgegengestellt, die ihr einen Arm und ein Bein gebrochen und acht Mal auf sie geschossen hätten.

Berta Cáceres, eine der Töchter der vierfachen Mutter, macht die Baufirma Desa für die Tat verantwortlich. Desa hatte den Bau des Agua Zarca-Staudamms geplant. Die 25-jährige Studentin beschuldigte das Unternehmen, Auftragskiller angeheuert zu haben. Auch die honduranische Regierung trage eine Mitschuld am Tod ihrer Mutter, weil sie zahlreiche Konzessionen für Wasserkraft- und Bergbauprojekte auf Indio-Ländereien vergeben habe.

Portrait Berta Cáceres - Die Wächterin der Flüsse
A.-K. Mellmann, ARD Mexiko City
06.03.2016 12:39 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 06. März 2016 um 18:37 Uhr im Deutschlandfunk.

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