Paris: Gegner der Homo-Ehe protestieren weiter

Zehntausende Franzosen protestieren gegen die Homo-Ehe (Bildquelle: AP)

Demonstration in Paris

Gegner der Homo-Ehe protestieren weiter

In Paris sind Zehntausende Menschen aus Protest gegen die Homo-Ehe auf die Straße gegangen. Sie stören sich besonders daran, dass bei der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften auch das Adoptionsrecht angeglichen wird.

Auf Plakaten standen Parolen wie "Das Kind ist kein Recht" oder "Wir geben nicht nach, niemals, niemals, niemals". Die Veranstalter des Protestmarsches durch die französische Hauptstadt sprachen von 300.000 Demonstranten, während die Polizei die Teilnehmerzahl auf 45.000 schätzte. Die Proteste gegen die Gleichstellung der Homo-Ehe beschäftigen Frankreich schon seit mehreren Monaten. Im Gegensatz zu vergangenen Demonstranten blieben die Proteste friedlich.

Eine Frau protestiert in Paris gegen die Homo-Ehe (Bildquelle: AP)
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Viele Franzosen sträuben sich gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Laut einer Umfrage lehnen 53 Prozent eine Gleichstellung in diesem Punkt ab.

Einführung gilt als sicher

Eigentlich ist die Entscheidung für eine Einführung der Homo-Ehe bereits gefallen: Das entsprechende Gesetz passierte am 12. April den Senat und damit die letzte schwierige Klippe. Am Dienstag will die Nationalversammlung das Gesetz verabschieden. Die Zustimmung gilt als Formsache. Frankreich wäre weltweit das 14. Land, das die Eheschließung homosexueller Paare erlaubt.

Laut Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts unterstützt eine Mehrheit der Franzosen (58 Prozent) die Einführung der Homo-Ehe. Beim Adoptionsrecht ist das Meinungsbild dagegen umgekehrt: 53 Prozent der Befragten sind in diesem Punkt gegen die Gleichstellung homosexueller Paare.

Sollte das Gesetz die Nationalversammlung passieren, haben die Gegner juristische Schritte angekündigt. Die konservative Opposition will vor das Verfassungsgericht ziehen.

Stand: 21.04.2013 20:55 Uhr

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