Frankreich: Hollande unterzeichnet Gesetz zur Ehe für alle

Die Hände eines homosexuellen Paares und eines Kindes liegen auf einem Tisch. (Bildquelle: dpa)

Hollande unterzeichnet Gesetz

Homo-Ehe in Frankreich nun offiziell

Die Homo-Ehe ist in Frankreich nun offiziell in Kraft getreten. Präsident François Hollande unterzeichnete am Morgen das umstrittene Gesetz, das kurz darauf im offiziellen Gesetzesblatt veröffentlicht wurde. Der Sozialist setzt damit eines seiner zentralen Wahlversprechen um.

Die neuen Regelungen geben homosexuellen Paaren das Recht auf Ehe und zur Adoption von Kindern. Die französische Regierung rechnet damit, dass bereits im Juni die ersten Ehen zwischen Schwulen oder Lesben geschlossen werden können.

Verfassungsrat mahnt "Interessen des Kindes" an

Frankreichs Präsident Francois Hollande (Bildquelle: picture alliance / dpa)
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Setzt mit dem neuen Gesetz eines seiner Wahlversprechen um: Präsident Hollande

Am Vortag hatte der Verfassungsrat eine Beschwerde der konservativen Opposition gegen das Gesetz abgewiesen und damit den Weg endgültig freigemacht, dass es in Kraft tritt.

Allerdings betonte der Rat, dass das Adoptivrecht nicht das "Recht auf ein Kind" bedeute. Bei Adoptionen müsse stets "das Interesse des Kindes" Vorrang haben.

Ein Gesetz spaltet Frankreich

Der Streit um die Homo-Ehe hatte die französische Gesellschaft in den vergangenen Monaten gespalten. Die konservative Opposition und die katholische Kirche sprachen sich kategorisch gegen das Vorhaben aus. Bei Großdemonstrationen gingen Zehntausende Menschen gegen die Reform auf die Straße.

Die Gegner setzten ihre Protestaktionen auch nach der endgültigen Verabschiedung des Gesetzes in der französischen Nationalversammlung am 23. April fort. Für den 26. Mai planen sie erneut eine Großdemonstration.

Frankreich ist das 14. Land weltweit, das die Homo-Ehe einführt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2013 um 01:10 Uhr.

Stand: 18.05.2013 07:56 Uhr

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