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Gigantische Müllhalden und riesige Fabriktürme - von oben, aus der Distanz, fast schön anzusehen. Der Filmemacher Arthus-Bertrand hat ein beeindruckendes Luftporträt der Erde geschaffen. Heute, am "Tag der Umwelt", wurde der Film veröffentlicht.
Von Claudia Deeg, ARD-Hörfunkstudio Paris
Die Erde aus der Vogelperspektive - aufgenommen aus dem Hubschrauber mit einer Spezialkamera. Es sind beeindruckende Bilder: Reisfelder, Eisschollen mit türkisfarbenem Schmelzwasser, Tropenwälder. "Wie Gemälde von der Natur gemalt", sagt Yann Arthus-Bertrand. Der 63-Jährige ist hin- und hergerissen zwischen der ästhetischen Schönheit und dem Grauen, das sich hinter seinen Aufnahmen verbirgt.
Zum Beispiel die Provinz Alberta in Kanada mit der Gewinnung von Öl aus Ölsand. "Das Öl wird vom Sand mit Hilfe von Chemikalien getrennt", berichtet Arthus-Bertrand. "Die giftigen Mittel landen im Sand und werden regelrecht untergewühlt. Das gibt goldfarbene Schlieren. Eine schreckliche Umweltverschmutzung, krebserregend. Aber als ich es gefilmt habe, war ich total begeistert, weil es optisch so schön aussah, dabei ist es entsetzlich."
Gigantische Müllhalden, riesige Fabriktürme, totales Verkehrschaos - von oben, aus der Distanz in leuchtenden Farben und geometrischen Formen fast schön anzusehen. Dabei zeigen die Aufnahmen, die Verwundbarkeit des Planeten, wie sehr der Mensch die Erde zerstört. Das Problem sei, dass "wir nicht glauben wollen, was wir eigentlich wissen", meint Arthus-Bertrand. "Alles was in dem Film zu sehen ist, ist bekannt, aber niemand will es wahrhaben. Eine Art kollektive Verweigerung. Das wollen wir zeigen."
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Auf allen Kontinenten hat Arthus-Bertrand mit seinem Team gedreht. Nicht in allen Ländern waren sie willkommen. In den USA droht ihm womöglich ein Prozess, weil er industrielle Rindermast gefilmt hat - ohne Erlaubnis. "Unser Team musste Dubai verlassen", erzählt er. "In Indien wurde uns die Hälfte unserer Filme abgenommen - in einem Land, das so demokratisch sein soll. Man wollte nicht, dass wir die Armut und die Verschmutzung zeigen."
Der Umweltschützer will aufmerksam machen auf die Gier des Menschen, der immer mehr konsumieren will: "Mit dem Film möchte ich den Umweltschutz ins tiefe Bewusstsein rücken - eines jeden. Du, kannst die Welt ändern. Nicht die Politik, nicht der Typ neben Dir." Arthus-Bertrand führt ein "einfaches Beispiel" an: den hohen Methanausstoß, an dem die industrielle Rinderzucht schuld sei. "Wenn alle weniger Fleisch essen würden, würden weniger Treibhausgase in die Luft geblasen. Vieles ist so."
Viele Millionen Euro hat der Film gekostet. Finanziert wurde er vor allem von einem französischen Luxuskonzern. Zu sehen ist er weltweit in über 50 Ländern in einer 120-minütigen Fassung in Kinos, kürzer im Fernsehen und im Internet - kostenlos. Das Ziel: So viele Menschen wie möglich sollen den Film sehen. Die Botschaft soll sich verbreiten: Jeder muss etwas tun, sonst zerstören wir die Erde, unser Zuhause.
Externer Link: Hier können Sie sich den gesamten Film anschauen.
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