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23.02.2012

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Ausland
Holocaust-Gedenken: UN rufen zu Kampf gegen Gewalt auf
Aufruf zum Kampf gegen Gewalt

"UN verbreiten weiter die Lehren aus dem Holocaust"

Die Vereinten Nationen haben zum Holocaust-Gedenktag alle Menschen zum weltweiten Kampf gegen Gewalt aufgerufen. "Lasst uns die Opfer ehren, indem wir neuem Unrecht vorbeugen", sagte der Präsidenten der UN-Vollversammlung, Nassir Abdulasis Al Nasser, während der zentralen UN-Veranstaltung zu dem Gedenktag. "Lasst uns dafür sorgen, dass Hass, Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Unmenschlichkeit, Vertreibung und Massenmord keine Chance haben, über irgendjemanden irgendwo herzufallen", sagte der katarische Diplomat.

Eine weiße Rose am Zaun des ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Eine weiße Rose am Zaun des ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau. ]
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon meldete sich per Videobotschaft vom Weltwirtschaftsforum in Davos zu Wort. Er versprach: "Die Vereinten Nationen werden weltweit weiter die Lehren aus dem Holocaust verbreiten." Ban sagte weiter: "Wir kämpfen für die Rechte der Kinder, weil 1,5 Millionen von ihnen im Holocaust ums Leben kamen. Wir werden nie erfahren, was sie zu unserer Welt hätten beitragen können." Kinder seien die verwundbarsten Opfer von Krieg und Gewalt. "Ich rufe alle Nationen auf, diese Verwundbarsten zu schützen, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht und Religion."

"Eine aufrichtige Entschuldigung"

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags entschuldigte sich Norwegen erstmals für die Beteiligung des Landes an der Deportation und Ermordung von Juden während der Nazi-Besatzung. "Norweger nahmen die Verhaftungen vor, Norweger fuhren die Lastwagen und es geschah in Norwegen", sagte Ministerpräsident Jens Stoltenberg bei der Gedenkveranstaltung in Oslo. "Heute ist es nach meiner Ansicht angemessen, unsere aufrichtige Entschuldigung dafür auszusprechen, dass dies auf norwegischem Boden geschehen konnte."

Jens Stoltenberg (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Als erster Ministerpräsident seines Landes seit Kriegsende entschuldigte sich Stoltenberg für Norwegens Beteiligung an der Deportation von Juden. ]
Während der Zeit der deutschen Besatzung ordnete der norwegische Ministerpräsident Vidkun Quisling 1942 die Registrierung von 2100 Juden im Land an. Mehr als ein Drittel von ihnen wurde in die Todeslager deportiert, andere flohen ins Nachbarland Schweden. Die Ideen, die zum Holocaust geführt hätten, seien auch 70 Jahre danach immer noch lebendig, warnte Stoltenberg. "Überall auf der Welt sehen wir, dass Einzelne und Gruppen Intoleranz und Angst verbreiten."

1998 hatte Norwegen die Rolle des Landes beim Holocaust anerkannt, ohne jedoch eine volle Entschuldigung auszusprechen. Rund 60 Millionen Dollar wurden den norwegischen Juden und jüdischen Organisationen als Entschädigung für beschlagnahmtes Eigentum gezahlt.

Stand: 27.01.2012 19:32 Uhr
 

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