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100-Tage-Bilanz von Francois Hollande

Nach den Ferien warten viele offene Baustellen

Sein 100-tägiges Amtsjubiläum feiert der französische Präsident noch im Urlaub in Südfrankreich. Doch Grund zum Feiern gibt es nicht: Eine Umfrage bescheinigt dem Sozialisten, dass fast die Hälfte der Franzosen unzufrieden mit ihm ist. Denn die großen Reformen lassen noch auf sich warten.

Von Daniela Kahls, MDR-Hörfunkstudio Paris

Hollande mit Freundin Trierweiler in Bregancon
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Am Tag der 100-Tage-Bilanz war Hollande im Urlaub.

Francois Hollande hat direkt nach seinem Amtsantritt allen Franzosen klar machen wollen, dass er so viel wie möglich anders machen will als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. So hat er als erste Amtshandlung sein Gehalt und das seines Premierministers um 30 Prozent gekürzt.  Auch Bezüge von Managern staatlicher Firmen hat er deutlich beschnitten.  Gleichzeitig hat er zumindest teilweise die Rente mit 60 wieder eingeführt und eine bereits beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer gestoppt.

Schlechtes Zeugnis von den Bürgern

Und trotzdem: Nach einer aktuellen Umfrage sind die Franzosen unzufrieden mit ihrem Präsidenten. Sie stellen ihm nach 100 Tagen ein so schlechtes Zeugnis aus, wie kaum einem Präsidenten vor ihm. "Die tiefgreifenden Reformen müssen erst in Angriff genommen werden. Solche, die langfristig wirken, sind natürlich schwierig", versucht der Wirtschaftswissenschaftler Henri Sterdyniak von der OECD eine Erklärung zu finden.

"Da geht es um die wirtschaftliche Belebung, einen ökologischen Neuanfang und natürlich um die Zukunft von Europa, das wieder zur Wachstumszone werden muss", so Sterdyniak weiter.

100 Tage Hollande: viel Symbolik und wenig Vetrauen
D. Kahls, MDR Paris
13.08.2012 23:53 Uhr

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François Hollande
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100 Tage nach der Amtsübergabe sind die Bürger unzufrieden mit ihrem neuen Präsidenten.

Laut Umfrage trauen nur 40 Prozent der Franzosen ihrem relativ frisch gebackenen Präsidenten zu, genau diese Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei wurde Hollande vor nicht allzu langer Zeit von der Mehrheit der Franzosen gewählt. Was ist passiert? Es gibt nach wie vor eine Rekordarbeitslosigkeit in Frankreich, hinzu kommen Horrormeldungen aus der Automobilindustrie, wo tausende Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Die bisherigen Reaktionen der Regierung auf diese Situation lassen noch keine langfristige Strategie erkennen. 

Wenig Entspannung im Urlaub

Die negativen Aussichten lassen deshalb auch einen Pariser genervt abwinken, wenn man ihn nach seinem 100-Tage Zeugnis für Hollande fragt: "Wir sind in einer Rezession! Was soll ich Ihnen da sagen, hat er uns gerettet? Im Moment lässt er sich jedenfalls gerade mit seiner Freundin die Sonne auf den Pelz scheinen."

Einen entspannten Urlaub hat Hollande derzeit aber sicher nicht in seinem südfranzösischen Feriendomizil. Und das liegt nicht nur an den Paparazzi am Strand. Zu hoch sind die Erwartungshaltungen an ihn, Frankreich nach der Sommerpause schnell wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Und das wo Rekordhaushaltslöcher gestopft werden wollen und Massenentlassungen in vielen Industriebereichen drohen. Hollande muss trotzdem sein Versprechen von zehntausend neuen Lehrerstellen pro Jahr einlösen. 

Hollande gibt ein Autogramm während seines Urlaubs in Bormes-les-Mimosas
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Auch im Urlaub muss der französische Präsident Autogramme schreiben.

"Man muss ihm etwas Zeit lassen"

All das kann man doch nicht in 100 Tagen ändern, sagt eine Französin: "100 Tage, das ist doch noch ein bisschen früh, um eine wirtschaftliche, soziale und politische Bilanz zu ziehen. Man muss ihm etwas Zeit lassen. Nach den Ferien warten die großen Projekte auf ihn und ich persönlich bin da sehr gespannt."

Aber soviel ist in jedem Falle klar: Einfach wird es für Hollande, der vorgestern in aller Stille seinen 58. Geburtstag gefeiert hat, nicht. Nach den Ferien warten nicht nur all die offenen Baustellen auf ihn, sondern auch die ersten angekündigten Groß-Demonstrationen wegen der Krise im Automobilbau. 

Stand: 14.08.2012 01:47 Uhr

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