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Hintergrund Tibet, der Dalai Lama und das Verhältnis zu China

Stand: 25.03.2008 21:10 Uhr

Tibet - das "Dach der Welt"

Tibet liegt auf einem großen, dünn besiedelten Hochplateau im Himalaya und erstreckt sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 4500 Metern. Es wird häufig als "Dach der Welt" bezeichnet. Die Provinz grenzt an Birma, Indien, Nepal und Bhutan.

Einsamer chinesischer Militärposten im Hochland von Tibet (Archivbild von 2006).
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Einsamer chinesischer Militärposten im Hochland von Tibet (Archivbild von 2006).

Bereits seit dem 13. Jahrhundert erhob das benachbarte China Ansprüche auf Tibet und schloss es ab 1644 locker an sein Kaiserreich an. 1911 konnten sich die Tibeter fast völlig dem Einfluss des großen Nachbarn entziehen. Doch 1950 marschierte die chinesische Volksbefreiungsarmee in dem Land ein und unterwarf es dem ein Jahr zuvor gegründeten kommunistischen China. Seitdem ist Tibet eine Verwaltungseinheit der Volksrepublik. 1965 erklärte China es zum autonomen Gebiet.

Der Dalai Lama - das tibetische Oberhaupt

Der Dalai Lama, traditionell das weltliche und geistliche Oberhaupt der Tibeter, floh nach einem gescheiterten Aufstand gegen die kommunistische Herrschaft 1959 auf einem Pferd aus Tibet und lebt seitdem im nordindischen Dharamsala im Exil. Zehntausende seiner Landsleute folgten ihm. In den 60er-Jahren wurde der einstmals riesige Landbesitz der rund 3000 tibetischen Klöster, in denen etwa 300.000 Mönche und Nonnen lebten, verstaatlicht. Es kam danach immer wieder zu Unruhen in Tibet. So verhängte Peking im März 1989 für ein Jahr das Kriegsrecht über die tibetische Hauptstadt Lhasa.

Der religiöse Führer der Tibeter, der Dalai Lama, fürchtet noch mehr Blutvergießen in seiner Heimat.
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Seit 1959 lebt der religiöse Führer der Tibeter, der 72-jährige Dalai Lama, im Exil in Indien.

China wirft dem Dalai Lama vor, die Abspaltung Tibets von China zu betreiben. Der 72-jährige Friedensnobelpreisträger selbst erklärt, er wolle lediglich größere Autonomie für die Provinz. Die tibetische Exilregierung vertritt die Auffassung, dass Tibet bis zur Invasion der chinesischen Armee und der seitdem andauernden Besetzung ein unabhängiger Staat gewesen sei. Zudem sei es nicht, wie es die Volksrepublik darstellt, seit 700 Jahren fester Bestandteil Chinas und habe nie unter dem Einfluss der Han-Chinesen gestanden.

Nach wie vor genießt der Dalai Lama in Tibet großes Ansehen. Doch schon der Besitz eines Fotos von ihm kann dort Grund für eine Festnahme sein. Viele buddhistische Mönche und Nonnen, die loyal zum Dalai Lama stehen, sollen im Gefängnis sitzen und gefoltert worden sein.

Soziale Spannungen in Tibet

Mönche im tibetischen Zhizhe
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Der Landbesitz der rund 3000 tibetischen Klöster wurde verstaatlicht.

Kritiker der chinesischen Politik in Tibet sagen, dass die Einwanderung von Chinesen der Han-Nationalität und der Tourismus die ursprüngliche Kultur der Tibeter gefährdet. Bei Arbeitsplätzen und Einkommen werden Tibeter oft benachteiligt.

Chinas Zentralregierung hat riesige Summen investiert, um die Infrastruktur in Tibet auszubauen. Dazu gehört auch die höchste Eisenbahnlinie der Welt von Peking in die tibetische Hauptstadt Lhasa.

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